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03
09
2013
Burnout - wenn die Seele ausbrennt - Love your time

Burnout – Auswege – 8 Tipps

von Bianca 0

Hinweis: Burnout ist ein ernstzunehmendes Leiden. Dieser Artikel kann und soll keine ärztliche Beratung ersetzen. Er ist lediglich als Anregung gedacht und basiert auf persönlichen Recherchen und Erfahrungen. Bitte konsultiere in jedem Fall Deinen Arzt, wenn Du das Gefühl hast, Du könntest von Burnout betroffen sein. Er wird gemeinsam mit Dir überlegen, ob  – und wenn ja, welche – Therapien angezeigt sind. 

 

Burnout ist wie ein Tiefseekraken – lautlos und langsam gleitet er heran und die Dunkelheit schützt ihn davor, entdeckt zu werden. In diesem Fall ist es nicht die Dunkelheit des Meeres, sondern die des Unterbewusstseins. Und bevor man überhaupt merkt, dass er da ist, hat er seine Opfer schon mit seinen langen Krakenarmen umschlungen und zieht sie unaufhörlich mit sich nach unten in die Tiefe.

Burnout – das Leiden unserer Zeit

Burnout ist mittlerweile eine häufige Diagnose. Die moderne Leistungsgesellschaft hat den Druck auf die Menschen enorm verstärkt. Hinzu kommt die allgegenwärtige Informationsüberflutung, die jede noch so kleine Entscheidung zu einem Abwägen unzähliger Möglichkeiten, Risiken und Vorteile macht. Nichts scheint mehr leicht zu gehen. Das Leben scheint Kampf an allen Fronten. Wer nicht gut auf sich aufpasst, den holt der Kraken namens Burnout oft sehr leicht ein – emotionale Erschöpfung, körperliche und geistige Müdigkeit sind die Folge.
Man möchte eigentlich nur noch schlafen, zumindest aber seine Ruhe haben.
Jede Pflicht geht über die eigenen Kräfte, es häufen sich Fehler, Freizeitaktivitäten oder soziale Kontakte sind nicht mehr zu meistern.
Man kann einfach nicht mehr.
Plötzliche Tränenausbrüche ohne jeden erkennbaren Grund sind an der Tagesordnung, und manchmal scheinen sogar sie kraftlos zu sein.
Die Tränen rinnen einfach übers Gesicht und während man sonst vielleicht heftige Emotionen dabei empfand, ist da jetzt oft nicht mehr als dieses gleichmäßige, dumpfe Gefühl. 
Das Ich hat die Schotten dicht gemacht. Leben im Sparmodus, mit Notstromaggregat sozusagen. Leben im Burnout.
Was aber bleibt, wenn gleich alle drei Standpfeiler des Menschen – Körper, Geist und Emotionen – sich verpuppen und nicht mehr am Leben teilhaben wollen und können? Nicht viel außer der Verzweiflung vielleicht, denn diese Emotion lässt sich nicht so leicht betäuben.

Mögliche Ursachen für den Burnout

Es sind oft die, die besonders viel leisten wollen und müssen, die sich im Burnout wiederfinden. Was steckt dahinter? Warum rackern sich viele übermenschlich ab, selbst dann noch, wenn wirklich jeder ihnen eine wohlverdiente Pause gönnen würde? Und warum scheinen manche Menschen, die ein ähnlich stressiges Leben haben, resistent zu sein gegen Burnout und Co.? In vielen Fällen liegt es an den Umständen, gegen die man sich einfach nicht wehren kann. Wer etwa in einem Job feststeckt, der durch Unterbesetzung und Überstunden geprägt ist, kann gegen die hohe Belastung zunächst einmal nichts ausrichten. Er könnte sich natürlich einen neuen Arbeitsplatz suchen, und viele in solchen Situationen gehen diesen Weg auch nach einer gewissen Zeit, wenn keine Besserung zu erwarten ist.
Manchmal jedoch liegt die Ursache für einen übermäßigen Leistungswillen auch in einem Mangel an Selbstbewusstsein. Perfektionisten und die typischen „Helfer in der Not“ sind besonders gefährdet, dem Burnout zum Opfer zu fallen. Der Perfektionist befürchtet möglicherweise, weniger zu gelten, wenn er sich einen Fehler erlaubt. Andere fühlen sich nur dann vollwertig und anerkannt, wenn sie auf dem Siegertreppchen immer ganz oben stehen. Perfektionisten definieren ihren Wert über Leistung. Der Helfer hingegen, der niemals „Nein“ sagen kann, zehrt davon, unersetzlich zu sein, als verständnisvoll und fürsorglich zu gelten.
So unterschiedlich beide Persönlichkeiten auf den ersten Blick scheinen, so haben sie doch eines gemeinsam. Die stets helfende Hand, das stets offene Ohr sind genauso wie die jederzeit überragende Leistung sichere Hilfsmittel, um sich die Anerkennung von Außen zu sichern. Ist man also selbst schuld an der Misere? Ja und Nein. Es kommt immer auf den Einzelfall an. Eines sei dabei gesagt: Es gibt durchaus gesunde Formen von Perfektionismus, denn er ist es, der uns beflügeln und weit bringen kann. Auch Hilfsbereitschaft ist ein großer Segen und kann gar nicht hoch genug geschätzt werden.
Was aber, wenn man in beiden Fällen die Grenze dessen überschreitet, was gesund ist? Wenn man nicht mehr erkennt, ob man aus freien Stücken oder aus einer Art innerem Zwang heraus handelt? Dann kann es gefährlich werden – Burnout droht. 

Manchmal ist professionelle Hilfe unerlässlich
Wer sich auf der Abwärtsspirale in Richtung Burnout bereits soweit nach unten bewegt hat, dass er beim Blick nach oben kaum noch Licht sieht, der sollte dringend über professionelle Hilfe nachdenken. Gerade für Perfektionisten kann dies ein schwerer Schritt sein, kommt es doch scheinbar einem Makel gleich. Weit gefehlt! Zu erkennen, das man ein Problem hat, zu beschließen, dieses Problem zu lösen und dafür die kompetenteste Hilfe in Anspruch zu nehmen, hat nichts, aber auch gar nichts Beschämendes an sich. Im Gegenteil – so viele Menschen scheitern leider an diesem Schritt, dass man mit Recht stolz auf sich sein kann, wenn man den Mut aufbringt, ihn zu gehen. Man darf niemals vergessen, dass ganz am Ende einer Burnout – Entwicklung manchmal sogar Selbstmordgedanken aufkommen können. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Therapieverfahren, um Burnout zu bekämpfen. Jeder muss für sich ganz persönlich heraus finden, was ihm weiterhelfen könnte. Auch der Burnout Therapeut muss zu einem passen, damit man sich überhaupt öffnen kann. Professionell geführte Selbsthilfegruppen für Burnout sind eine weitere Möglichkeit. 

Selbsthilfe – was man selbst gegen Burnout tun kann
Für all diejenigen, die ihre Talfahrt noch selbst abbremsen können – wobei man auch dies mit einem Arzt absprechen sollte – und für die, die dem Burnout vorbeugen möchten, gibt es viele Möglichkeiten. Aber es gehört schon einiges an Selbstdisziplin dazu, um sich sozusagen an den eigenen Haaren selbst wieder nach oben zu ziehen. 

1. Burnout Tipp: Erkennen
Ständige Müdigkeit, Lustlosigkeit, soziale Abgrenzung, Niedergeschlagenheit bei vorhergehender oder gleichzeitiger hoher Belastung, das Gefühl sich völlig verausgabt zu haben und nun einfach nicht mehr weiter zu können, häufige Kopfschmerzen, starke Gereiztheit, hohes Stressempfinden können Anzeichen von Burnout sein. Auch wer glaubt, seinen Pflichten nicht mehr erfüllen zu können und öfter Fehler macht als früher bei dem gleichzeitigen Versuch, dies zu verdecken, könnte sich auf dem Weg in den Burnout befinden. Für den Laien ist ein Burnout aber nicht immer leicht von einer Depression zu unterscheiden. Hier ist der Rat eines Arztes gefragt.

2. Burnout Tipp: Analysieren!
Es gilt, heraus zu finden, wie es soweit kommen konnte, welche Faktoren im eigenen Leben scheinbar besonders belastend sind und was den größten Stress auslöst. Liegt es an der Situation selbst oder daran, wie man sie wertet? Gehört man möglicherweise zu den oben genannten Personengruppen? Es hilft, sich eine Zeit lang selbst genau zu beobachten – wie reagiert man auf bestimmte Ereignisse, welche schädlichen Angewohnheit pflegt man, welche Gedanken kommen einem immer wieder in den Kopf? Meditation und Achtsamkeit können hilfreiche Techniken sein, um Klarheit über sich selbst und Kontrolle über die eigenen negativen Gedanken zu gewinnen. 

3. Burnout Tipp: Sich selbst annehmen!
Das ist einer der schwersten Punkte auf dem Weg aus der Tiefe zurück ans Licht. Aber er ist unerlässlich. Die eigenen Fehler und vermeintlichen Schwächen zu erkennen und sich selber einzugestehen, das schaffen noch die meisten. Diese dann aber zu akzeptieren, sich trotzdem selbst anzunehmen und die eigenen Schwächen zu vergeben – das ist schon eine Herausforderung. Zu erkennen, dass man Bedürfnisse ständig unterdrückt, sich keine Pause gegönnt und sich somit selbst ein Stück weit aufgegeben hat, ist weder schön noch leicht. Verdamme Dich aber bitte nicht dafür! Es gab für alles einen Grund. Suche jetzt keinen Schuldigen, auch nicht Dich selbst. Übe Akzeptanz, das nimmt viel Druck heraus. Erkenne, dass Du ein liebens- und lebenswerter Mensch bist, der gerade in einer Sackgasse steckt. Das kommt vor und ist vielen anderen auch schon passiert. Das gute an Sackgassen ist, dass man auch wieder heraus kommt. Man kann umdrehen und eine neue Richtung einschlagen.

4. Burnout Tipp: Sich selbst ernst nehmen!
Auch wenn es Überwindung kostet, sag „Nein“ wenn Du etwas eigentlich nicht tun möchtest. Fang mit Kleinigkeiten an, bei denen Du weisst, dass es nicht so schlimm ist, wenn Du in diesem Punkt Deine Unterstützung verweigerst. Du musst ja nicht zum gleich zum „Allesverweigerer“ werden. Lerne einfach, zu Dir selbst zu stehen. Du wirst merken, Du fällst nicht in Ungnade. Und falls doch, halte es aus. Du mussst nicht von jedem geliebt werden. Viel wichtiger ist, dass Du lernst, Dich selbst zu lieben und ernst zu nehmen. Gleiches gilt für den Perfektionisten. Halte Unzulänglichkeiten aus. Du wirst sehen, dass Deine Mitmenschen Deine Fehler meist viel weniger dramatisch bewerten als Du selbst und Dich auch dann noch respektieren, wenn Du nicht der ewige Sieger bist. Lerne, dass Deine Empfindungen, Deine Sichtweise, Deine Gesundheit mindestens gleichwertig sind mit den Ansprüchen, die andere an Dich stellen. 

5. Burnout Tipp: Gönne Dir Ruhe!
Schlafe ausreichend, egal wie viel Arbeit Du hast. Guter Schlaf ist unersetzlich für Gesundheit, Glück und Leistungsfähigkeit. Wenn Du nicht schlafen kannst, weil die Gedankenspirale nicht aufhört sich zu drehen, versuche Dich an Entspannungstechniken wie autogenem Training oder der progressiven Muskelentspannung. Lies ein Buch im Bett, aber schaue möglichst nicht fern zum Einschlafen. Sorge auch im Alltag für ausreichend Ruhe und Entspannung. Plane am besten feste Blöcke ein und nimm Sie sie so wichtig wie andere, nicht verschiebbare Termine. Mach in dieser Zeit Spaziergänge, bade in wohltuenden Schaumbädern, geh zur Massage oder in die Sauna, lies, male oder bastele. Fernsehschauen fällt übrigens generell nicht unter die empfehlenswerten Entspannungaktivitäten. Du solltest Dich bewusst und aktiv mit Dir selbst beschäftigen. 

6. Burnout Tipp: Treibe Sport!
Körperliche Bewegung kann Dein Stressempfinden unglaublich positiv beeinflussen, denn sie kann Stress abbauen und sorgt so für die richtige, tiefgehende Entspannung. Überfordere Dich aber nicht! Wer beim Versuch, dem Burnout zu entgehen wieder in die nächste Falle der übersteigerten Leistung tappt, tut sich keinen Gefallen. Mäßiger, aber regelmäßiger Sport  – das ist die Zauberformel. Walken, Joggen, Fahrradfahrern können hilfreiche Sportarten sein-  es kommt wie immer auf die persönliche Fitness, den Gesundheitszustand und individuelle Vorliebe an. Frag am besten Deinen Arzt, welche Sportart für Dich besonders gut geeignet ist. Er kann Deine derzeitige gesundheitliche Verfassung einschätzen und Dir helfen, Risiken zu vermeiden. Oft hilft regelmäßiger Sport übrigens auch bei Schlafproblemen.

7. Burnout Tipp: Triff Freunde!
So verlockend der Rückzug auch scheint, zwinge Dich, Deine sozialen Kontakte wieder aufzunehmen. Nur so entgehst Du der Einsamkeitsfalle, die den Burnout noch zusätzlich fördert. Weihe ein oder zwei wirkliche Vertrauenspersonen aus Deinem rein privaten Umfeld in Deine Probleme ein, so dass Du jemanden zum Reden hast aber auch jemanden, der Dich auf andere Gedanken bringen kann. Suche Dir ein Hobby, in welchem Du viel Kontakt zu Menschen hast. Tausche Dich aus. Komm aus Deinem Schneckenhaus heraus!

8. Burnout Tipp: Achte auf Deine Gesundheit!
Zwei Liter Kaffee am Tag, um leistungsfähig zu bleiben, dazu ein paar Energiedrinks schon morgens zum Frühstück und zwei Schachteln Zigaretten – immer mehr Mensch versuchen, mit solchen Mitteln leistungsfähig zu bleiben. Verzichte auf übermäßigen Konsum dieser Art. Achte auf ausreichend Vitamine, Ballaststoffe, eine insgesamt ausgewogene Ernährung und trinke viel Wasser. Das hält sowohl die grauen Zellen in Schwung als dass es auch eine Wohltat für den gesamten Organismus ist. Versuche, Kaffee auch einmal durch die unglaublich vielfältige Welt der Tees zu ersetzen. Der Vorteil – Tee aufzubrühen kann je nach Sorte eine richtige Zeremonie sein, was auf manch einen eine durchaus entspannende Wirkung haben kann. Auf Kaffee verzichten musst Du ja nicht gleich – aber verstehen, dass er ein Genussmittel ist und kein Schlafersatz.

Du kannst also auf vielfältige Weise vorbeugen, damit die Burnout – Falle nicht zuschnappt. Die hier genannten Vorschläge können natürlich noch ganz individuell erweitert werden und sind nur Anregungen. Probiere aus, was Dir persönlich gut tut. Regelmäßigkeit ist dabei wichtig. 

Du kannst jederzeit um Hilfe bitten
Wenn Du merkst, dass Du nicht weiter kommst, kannst und solltest Du natürlich jederzeit zusätzlich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Auch Bücher zum Thema Burnout kannst Du Dir anschauen, dort gibt es viele weiterführende Tipps. Wichtig ist nur, dass es Dir wieder besser geht.

Wege aus der Krise gibt es viele, Du musst sie nur gehen. Vergiss bitte nie, dass Du es wert bist, um Dich zu kämpfen. Du bist Du. Überleg einmal, was das bedeutet – es gibt Dich nur dieses eine Mal auf der Welt. Deshalb ist es auch wahr, wenn man Dir sagt, dass Du etwas ganz Besonderes bist. Und wenn es Dir bisher niemand sagt, dann ist es deshalb nicht weniger wahr! Sag Du es Dir, dann werden es auch andere tun! Du bist etwas Besonderes! Kämpfe um Dich. Gib Dich niemals auf. Dein Leben ist ein Geschenk – pflege es, dünge es, lass es erblühen!

 

Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.