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05
03
2015
Positive Ziele

Warum Du positive Ziele brauchst

von Bianca 0

Du denkst, Du kennst Deine Ziele genau? Glückwunsch. Das ist toll. Aber …

… Du weißt ja, es gibt immer ein Aber. 

Schreib doch einfach mal all das auf, was Du möchtest und all das, was Du nicht mehr möchtest. Sind alles irgendwie Ziele, richtig? Sieh Dir jetzt bitte all die Dinge an, die du nicht mehr möchtest. Da findest Du das Aber. 

Ich möchte Dir das Problem mit den Dingen, die Du nicht mehr möchtest, an einem kleinen Beispiel verdeutlichen.

Stell Dir vor, jemand möchte „nicht mehr rauchen.“ Ist das wirklich ein Ziel?

Ein Ziel ist bekanntlich ein Punkt, den man anstrebt – zu dem man HIN will. „Nicht mehr rauchen“ ist aber eher ein „Weg-von-etwas“. Das ist für die praktische Umsetzung ungünstig.

Stell Dir vor, jemand fährt von A nach B. Dann ist B das Ziel. Dort will er HIN. Das ist eindeutig bestimmbar. Würde er stattdessen einfach nur von A weg wollen, könnte er im Grund auch nur einen Meter weit fahren und hätte das Soll erfüllt. Aber würde ihn das weiter bringen?

Der Teil von Dir, der ganz maßgeblich dazu beträgt, dass Du Deine Ziele verfolgst, ist Dein Unterbewusstsein. Es ist wie ein Autopilot, den Du richtig einstellen musst. Dafür musst Du ihm zuerst einmal die richtigen Koordinaten – nämlich die von A und B – geben. Wenn A nun aber die einzige Koordinate ist, die er hat und er nur weiß, dass er dort wegsteuern soll – wo soll er dann hin? Er hat A zwar verlassen, aber so richtig los lässt er A nicht. Er hat ja kein „HIN-ZU“.

Du denkst in Bildern

Außerdem gibt es beim Unterbewusstsein noch eine Besonderheit, die Du auch ganz leicht nachvollziehen kannst: Wenn wir an etwas denken, tun wir das in Bildern.

Mach einfach die Probe: Stell Dir vor, was Du morgen tun wirst. Und? Was ist passiert?

Du wirst wahrscheinlich entsprechende Bilder vor Deinem geistigen Auge gesehen haben.

So ist das auch mit den Zielen. Wenn Du ein Ziel formulierst, siehst Du es vor Deinem inneren Auge als Bildsequenz. Du in dem neuen, zwei Nummern kleineren Outfit. Du in dem neuen Auto. Du mit dem Arbeitsvertrag zu Deinem Traumjob in der Tasche. 

Jetzt stell Dir einmal vor, wie Du „nicht auf einer Wiese stehst“. Und? Hast Du eine Wiese gesehen? Da liegt der Haken! Das ist die gleiche Nummer wie die mit dem rosa Elefanten. Kennst Du ja sicher, oder?

Unser Unterbewusstsein – beziehungsweise unsere ganze Art zu Denken – hat den meisten Experten zur Folge so ihre Schwierigkeiten mit Verneinungen. Wer „nicht mehr rauchen“ will, sieht sich vor dem geistigen Auge eben doch mit dem Bild des Rauchens konfrontiert. Möglicherweise macht er in Gedanken ein großes, fettes rotes Kreuz durch dieses Bild – dennoch hat er das Bild gesehen.

Das Unterbewusstsein versteht nur „rauchen“, weil es zu „nicht mehr“ kein passendes Bild hat, und denkt sich: “Alles klar, Chef! Rauchen! Kommt sofort!“ Es fasst seinen Auftrag also völlig gegenteilig auf und schon ist sie da, die Lust auf die Zigarette. 

Wer dagegen das Ziel fasst, ab jetzt die Atemwege nur noch mit der besten Luft, die geradezu Verfügung steht, zu füllen, hat ein „Hin-zu-etwas“ gefunden, welches kein inneres Bild einer Zigarette mehr erzwingt.

Obwohl das alles nicht hundertprozentig bewiesen ist – das ist mit allem, was sich im Unterbewusstsein abspielt, recht schwierig – solltest Du mit Deiner Zielformulierung auf Nummer sicher gehen und sie positiv formulieren. Deine „Weg-von“-Ziele solltest Du also zu „Hin-zu“-Zielen umformulieren.

Dafür gibt es übrigens noch einen weiteren Grund. Es kommt vor, dass wir zwar wissen, was wir nicht wollen, nicht jedoch, was wir stattdessen wollen. Wir konzentrieren uns auf die Dinge, die uns unglücklich machen, ohne uns Gedanken darüber zu machen, was uns stattdessen besser gefallen würde. Ein „Weg-von“-Ziel zu einem „Hin-zu“-Ziel umzuformulieren, zwingt Dich, Dich mit genau diesem Punkt auseinanderzusetzen.

Nicht „versuchen“ und „werden“, sondern „bin“, „habe“ und „tue“

Das Unterbewusstsein ist zwar sehr mächtig, aber gleichzeitig auch sehr simpel und geradlinig.

Es tut, was man ihm sagt.

Wörtlich.

Es setzt die Bilder um.

Wer sich bei dem Versuch sieht, mehr Sport zu treiben, bleibt bei dem Versuch.

Wer sich dagegen beim Sport sieht, landet beim Sport.

„Ich versuche, mehr Sport zu treiben.“ ist daher ungünstig formuliert, es ist viel zu unbestimmt und weich.

Wer hingegen sagt „Ich treibe mehr Sport.“ – so als hätte er das Ziel bereits erreicht – formuliert deutlich besser, weil konkreter und bestimmter.

„Ich werde mehr Sport treiben!“ ist hingegen auch eher ungünstig. Es liegt irgendwann in der Zukunft – morgen, nächste Woche oder auch in zehn Jahren. Also kann man ja noch etwas entspannen …

Die Regeln der Formulierung

1. Formuliere positive „Hin-zu“-Ziele

2. Formuliere, als hättest Du das Ziel bereits erreicht

Eine kleine Übung

1. Sieh Dir alle Deine „Weg-von“-Ziele an und formuliere sie zu positiven „Hin-zu“-Zielen um.  

Bei manchen Dingen ist dies leicht, bei anderen schwieriger. „Ich will nicht mehr so unsportlich sein“ kann wunderbar in „Ich gehe drei Mal pro Woche zum Joggen“ umformuliert werden. Bei dem Beispiel des Rauchens hast Du gesehen, dass es auch schwieriger sein kann. Sogar in dem Wort „Nichtraucher“ kommt wieder „Raucher“ vor. Bei solchen Wörtern musst Du kreativ werden. Es gibt dabei keine allgemeingültige Lösung. Finde eine Formulierung, die für Dich passt.

Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.

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