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27
03
2014
Selbstwirksamkeit

Von Selbstwirksamkeit überzeugt?

von Bianca 0

Heute möchte ich wie versprochen etwas genauer auf die Selbstwirksamkeit eingehen, die im Konzept der Resilienz eine bedeutende Rolle spielt. Wie bereits im Artikel „>>Resilienz – nicht verrückt machen lassen“ beschrieben, kann man Selbstwirksamkeit bzw. Selbstwirksamkeitserwartung wie folgt beschreiben:

Selbstwirksamkeit

Mit der Selbstwirksamkeitserwartung bezeichnet man die Erwartung, die jemand bezüglich dessen hat, wie gut er aus eigener Kraft heraus verschiedene Herausforderungen meistern kann.

Was bedeutet der Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit in der Praxis?

Die Überzeugung von einer hohen Selbstwirksamkeit kann das Leben durchaus erleichtern.
Wir alle sind tagtäglich immer wieder mit neuen Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert. Personen die an ihre Selbstwirksamkeit glauben, gehen jedoch meist gelassener an solche Dinge heran, da sie davon überzeugt sind, damit aus eigener Kraft fertig werden zu können.

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Dies ist natürlich eine enorme Erleichterung, denn Stress entsteht bekanntlich nicht durch eine Situation an sich, sondern durch die Art und Weise, wie wir diese Situation individuell bewerten (siehe hierzu auch das >>ABC-Modell von Ellis).

Wer nun glaubt, dieser Situation nicht gewachsen zu sein, wird von Beginn an mit viel stärkeren Stressreaktionen rechnen müssen als jemand, der der gleichen Situation mit viel mehr Gelassenheit begegnet, wohlwissend, dass er sie schon irgendwie meistern wird. Natürlich kann es dennoch einmal schief gehen und man fällt auf die Nase. Wenn diese Misserfolge aber gegenüber den Erfolgen in der Minderheit bleiben, können Sie der Überzeugung von der eigenen Selbstwirksamkeit nicht wirklich nachhaltig schaden.

Selbstwirksamkeit zusammengefasst

  • Wer von seiner hohen Selbstwirksamkeit überzeugt ist, begegnet den Herausforderungen des Lebens gelassener.
  • Personen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung gehen davon aus, diese Herausforderungen aus eigener Kompetenz heraus meistern zu können.
  • Die Überzeugung, ein bestimmtes Ziel durch ein geeignetes Verhalten (und nicht nur durch Glück, etc.) erreichen zu können, motiviert eher dazu, dieses Verhalten dann tatsächlich auch umzusetzen.
  • Wenn sie einmal in eine Krise – also eine Situation mit großem Stresspotential –  geraten, weisen Menschen mit großer Überzeugung von der eigenen Selbstwirksamkeit in der Regel auch mehr Vertrauen in die eigenen Bewältigungsstrategien auf.
  • Wenn eigene Anstrengungen zu einem erhofften Ergebnis führen, kann das  langfristig zu der Überzeugung führen, Einfluss nehmen zu können.
  • Wenn dagegen trotz eigener Anstrengungen nie oder nur selten das gewünschte Ergebnis erzielt wird, könnte sich das eher in der Überzeugung manifestieren, dass man ja sowieso nur vom Wohlwollen anderer, von Glück oder Zufall abhängig sei. Dies wäre dann die Überzeugung, eine nur niedrige Selbstwirksamkeit zu besitzen.
  • Jemand mit dem Glauben an die eigene Selbstwirksamkeit würde nach einem Misserfolg eher die unternommenen Anstrengungen in Frage stellen und überprüfen, welche Handlungsalternativen er hat.
  • Wer an die eigene Selbstwirksamkeit glaubt, wird auch die berühmten guten Vorsätze eher einhalten als jemand mit niedriger Selbstwirksamkeiterwartung.

Wie entwickelt sich die Überzeugung von einer hohen Selbstwirksamkeit?

Die Überzeugung, durch eigenes Handeln und eigene Kompetenz Herausforderungen meistern zu können, entwickelt sich nach und nach von frühester Kindheit an. Wenn wir uns zum ersten Mal erfolgreich allein die Schuhe zubinden, ist das ein Erfolg, den wir unserer eigenen Kompetenz zuschreiben können. Den Entschluss, dass wir es allein versuchen wollen, fassen wir vielleicht, wenn wir bei Gleichaltrigen beobachten, dass auch sie es allein schaffen. Wenn wir dafür dann noch gelobt werden, festigt sich unser Kompetenzempfinden.

Dies setzt sich das ganze Leben über fort.

Wer häufig die Erfahrung macht, etwas aus eigener Kraft zu schaffen, entwickelt einen starken Glauben an sich selbst und seine Fähigkeiten und damit auch an eine hohe Selbstwirksamkeit. 

Wer als Kind häufig zu hören bekommt, dass er dies oder jenes sicher nicht schaffe oder wer alle Anforderungen auf andere abwälzen kann, ist langfristig dann wohl eher im Nachteil.

Positiv wirkt sich sicher auch aus, wenn jemand generell bereitwillig Herausforderungen annimmt – denn nur dann hat er ja überhaupt die Chance, diese zu meistern. Die Bereitschaft dazu dürfte mit zunehmender Überzeugung von der eigenen Selbstwirksamkeit steigen, so dass man langsam immer höher auf der Spirale der Selbstwirksamkeit klettert.

Den Glauben an die Selbstwirksamkeit als Erwachsener entwickeln

Leider hat nicht jeder die nötigen Erfahrungen sammeln können, um von der eigenen Selbstwirksamkeit überzeugt zu sein.
Manch einem wurde vielleicht schon als Kind nur wenig zugetraut, ein anderer hatte möglicherweise einfach öfter Pech und Misserfolge, so dass er anfing, an seiner eigenen Kontrolle über sein Leben zu zweifeln. Auch wer einer aus heiterem Himmel hereinbrechenden Katastrophe ausgeliefert ist, auf deren Verlauf er keinen Einfluss nehmen kann, kann schon einmal an der eigenen Selbstwirksamkeit zweifeln und dies im schlimmsten Fall auf alle Lebensbereiche projizieren.

Die gute Nachricht ist, dass die Überzeugung von der Selbstwirksamkeit zum besseren verändert werden kann.

Am besten geht dies über positive Lernerfahrungen. Dafür muss man nun natürlich erst einmal wieder Herausforderungen annehmen. Gar nicht so leicht, wenn man bereits im Glauben feststeckt, das das alles sowieso nichts bringe und man selbst nun mal einfach nichts bewirken kann!

Wie zu fast allen Persönlichkeitsthemen gibt es auch zur Verbesserung des Glauben an die eigene Selbstwirksamkeit Coachings, Trainings und Ratgeberliteratur. Es könnte sich durchaus lohnen, sich diesbezüglich einmal umzusehen.

Am Ende wird man sich dann im Idealfall in den meisten Fällen als Gestalter seines Schicksals begreifen und nicht mehr länger als Opfer.

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Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.