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27
01
2014
Stress und das ABC-Modell von Ellis

Stress managen mit ABC-Modell von Ellis

von Bianca 2

Wer häufig im Stress steckt, kennt das Gefühl: Irgendwann sind die Kraftreserven aufgebraucht. Innerlich steht man ständig unter Strom, reagiert nur noch anstelle bewusst zu agieren und fühlt sich den Situationen zunehmend ausgeliefert. Man würde ja gerne etwas ändern, fühlt sich aber geradezu machtlos. Dabei stimmt das eigentlich nicht so ganz. 

 

Stress: ABC-Modell von Ellis – im B liegt der Schlüssel

Der verstorbene amerikanische Psychologe Albert Ellis hat den Stress einmal unter die Lupe genommen und dabei ein interessantes abc-Modell entworfen.

Dabei stehen die Buchstaben für folgende Annahmen:

  • A (Activating Event) ist der Auslöser, der Reiz.
  • B (Beliefs) ist die Art und Weise, wie wir A bewerten oder über A denken.
  • C (Consequence) ist die Konsequenz aus B – das kann ein Verhalten sein oder auch nur eine Emotion wie zum Beispiel das Empfinden von Stress.

Es liegt nach diesem Modell zu einem sehr großen Teil an unserer Bewertung einer Situation, ob sie uns in Stress versetzen kann. Wie wir bewerten, liegt natürlich ganz erheblich an unseren bisherigen Erfahrungen, unseren Denkgewohnheiten und unserer Einstellung.

Ein Beispiel: 

  • Sie müssen mit einem Aufzug fahren (A).
  • Sie befürchten, der Aufzug könnte stecken bleiben (B).
  • Und Sie merken, wie ihr Puls sich beschleunigt, sie ganz nervös werden und deutlichen Stress empfinden (C).

In B liegt also der Schlüssel. Würde man eine andere Bewertung B vornehmen, hätte dies auch ein anderes C zur Folge. Dies ist natürlich nicht ganz einfach. Je nach dem, welche Art von Situationen ein starkes Empfinden von Stress auslöst, muss man langfristig an seinen Überzeugungen und Glaubenssätzen arbeiten. Das geht nicht über Nacht.

Hat die Situation für einen persönlich jedoch eine weniger schwerwiegende Bedeutung, kann man versuchen, bewusst auch andere Bewertungen in Erwägung zu ziehen. So ist es ja durchaus möglich und sogar wahrscheinlich, dass der Aufzug eben nicht stecken bleibt. Man kann also versuchen, die Alternativen, auf die man in B zurück greifen kann, bewusst zu erweitern. 

Stress über A und C ändern

Grundsätzlich kann man aber natürlich auch versuchen, das A zu ändern – also die Situation, die den Auslöser für den potentiellen Stress darstellt. In unserem Beispiel nimmt man dann eben einfach die Treppe.

Damit überwindet man in dem Moment zwar nicht die grundlegende Angst, reduziert aber wenigstens schon einmal kurzfristig den Stress.

Und wenn man weder A noch B ändern kann? Wenn es keine Treppe gibt und man einfach noch nicht in der Lage ist, die Fahrt mit dem Aufzug innerlich anders zu bewerten? Dann kann man zumindest noch versuchen, auf der Ebene von C einzugreifen und den Stress zu bewältigen, zum Beispiel mit einer beruhigenden >>Atemtechnik oder mit >>Autogenem Training. Dazu muss man natürlich entsprechende Techniken beherrschen.

Dem Stress muss man nicht hilflos ausgeliefert sein

Es gibt also durchaus Möglichkeiten, mit denen man Stress begegnen kann und mit denen sich ihm niemand dauerhaft ausgeliefert fühlen muss. Allein schon dieses Bewusstsein kann dem Stress den Schrecken nehmen.

Damit man aber nicht versucht ist, ständig nur das A zu ändern, was einer permanenten Vermeidungsstrategie gleichen würde, sollte man langfristig natürlich nach Methoden schauen, die einem dabei helfen, in den Bereichen B und C flexibler zu werden. Sonst läuft man Gefahr, in Situationen, in den man das A leider nicht beeinflussen kann, eben doch völlig gestresst stecken zu bleiben.

Mögliche Stressreaktion findest Du als Infografik hier

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Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.

Kommentare
2
Bianca
Bianca

Liebe Anna,
Danke Dir ganz herzlich für Dein Lob!
Stress vermeiden ist ganz oft nicht möglich, aber auch nicht nötig. Es kommt ja viel mehr darauf an, wie man ihm begegnet. Und da können wir alle dran arbeiten! In diesem Sinne – lass Dich nicht zu sehr stressen 😉

Liebe Grüße
Bianca

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klebefolien

Vielen dank für den tollen Artikel und die ausführliche Information. Habe im Job mit vielen Menschen zu tun, deswegen ist es leider unmöglich Stress zu vermeiden.

Gruß Anna

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