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21
10
2014
Selbstständig machen Ideen

Selbstständig machen – Ideen für Gründer

von Bianca 0
DIESER ARTIKEL IST TEIL 1 von 2 DER SERIE Selbstständig machen - Ideen für Gründer

Du möchtest Dich selbstständig machen, Ideen hast Du auch schon einige, bist aber nicht sicher, ob das Richtige dabei ist? Möchtest Du erfahren, wie Du einzigartige Ideen mit Durchschlagskraft entwickeln kannst? Dann lies weiter. 

Was Du hier findest – und was nicht

Wenn Du auf der Suche nach ein paar fertigen Ideen bist, mit denen Du Dich schnell selbstständig machen kannst, muss ich Dich enttäuschen. So einfach funktioniert es nicht.

Eine Geschäftsidee ist wie ein Maßanzug – sie muss Dir wie angegossen passen. Genauso wenig wie einen Maßanzug gibt es Deine Geschäftsidee von der Stange.
Hier erfährst Du, wie Du sie Dir auf den Leib schneiderst.

Natürlich kannst Du andere Start-ups beobachten, um zu sehen, welche Ideen am Markt ankommen.
Auch im Internet findest du zahlreiche Quellen für Ideen, mit denen Du Dich selbstständig machen könntest.
Trends, Statistiken und Branchenreporte sind ebenfalls geeignete Inspirationsquellen.

All das kannst Du Dir ansehen, um ein Gespür für den Markt zu bekommen. Aber das allein reicht nicht.

Start-ups ohne überzeugende Idee scheitern

Viele Start-ups scheitern. Die Angaben zu genaueren Zahlen variieren je nach Quelle deutlich, aber einige stimmen darin überein, dass mehr als die Hälfte der Start-ups es langfristig nicht schafft. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft kann die Idee nicht überzeugen – den Kunden, die Bank, die Investoren.

Interessant ist, dass laut >>Factbook Gründerland, herausgegeben vom BMWI, 46,6% der Gründer die Ausnutzung einer Geschäftsidee als Gründungsmotivation angeben und 30,4 % eine fehlende Erwerbsalternative. Nur 5,5 % der Gründer sahen in ihrer Selbstverwirklichung eine Motivation zur Gründung.

Wäre es nicht möglich, dass da ein Zusammenhang besteht?
Einfach irgendeine Idee umzusetzen, die vielversprechend klingt, scheint jedenfalls nicht die Lösung zu sein.

Eine Idee, die Du liebst

Wie wäre es, wenn Du Dich mit einer Idee selbstständig machen könntest, die Dich erfüllt? Mit etwas, das Dir so im Blut liegt, >>das Du so sehr liebst, dass Du niemals müde wirst, all Dein Herzblut hineinzustecken? Ist die Chance, mit so viel positiver Energie und Engagement am Ende erfolgreich zu sein, nicht viel größer, als mit einer Idee, deren Umsetzung Dir möglicherweise gar nicht liegt? Und würde Dir das nicht viel mehr Freude bereiten?

Was würde wohl Steve Jobs auf diese Fragen antworten?
Oder Walt Disney?
Oder Henry Ford?
Zumindest die Antwort von Jobs können wir erahnen, den von ihm stammt das Zitat: “Tue, was Du liebst. Und wenn Du es noch nicht gefunden hast, such weiter.“ 

Selbstständig machen – Ideen mit Durchschlagkraft

Eine Idee muss sich aus der Gründerpersönlichkeit heraus entwickeln. Dadurch erhält sie die größte Kraft – und die braucht sie, denn der Weg zum Erfolg ist beschwerlich.

Du bist betriebsblind für Dich selbst

Bevor Du Dir über Zielgruppen, Nutzen, Produkte oder Marktchancen Gedanken machst, fang bei Dir selbst an.
Du bist der Gründer – absolut alles fängt bei Dir an! Finde heraus, was zu Dir passt. Erkenne Deine Talente, Dein ganz persönliches Alleinstellungsmerkmal.

Du denkst, das kennst Du schon?
Sei Dir sicher: Du bist betriebsblind.

Jeder Mensch ist in gewissem Grad betriebsblind für sich selbst.
Das liegt an unserer Wahrnehmung. Wir sind täglich einer unglaublichen Reizüberflutung ausgesetzt. Damit wir dabei nicht durchdrehen, verfügen wir über sogenannte Wahrnehmungsfilter: Unsere Sinnesorgane lassen nur einen Teil der Informationen, die auf uns einstürzen, durch. Welche das sind, entscheidet unser bereits vorhandenes Wissen.

Nur die Informationen, die von diesem Wissen interpretiert werden können und daher in irgendeiner Form relevant erscheinen, werden aufgenommen, der Rest wird herausgefiltert.

Folge nicht der selbst gelegten Fährte!

Stell Dir vor, Du würdest mit einem leeren Korb starten, um Beeren zu sammeln. Am Anfang pflückst Du Himbeeren, Blaubeeren und Erdbeeren. Du kommst aber viel öfter an Erdbeeren vorbei als an anderen Beerensorten, daher pflückst Du davon mehr. Dir gefällt das leuchtende Rot irgendwann so gut, dass Du immer öfter Erdbeeren pflückst, bis am Ende fast nur noch Erdbeeren im Korb liegen.

So ähnlich ist es auch mit der Wahrnehmung. Die Eindrücke, von denen wir schon besonders viel gesammelt haben, lassen unsere Filter durch, andere Eindrücke haben es deutlich schwerer. Wir sehen das, was zu uns passt – insofern sind wir alle betriebsblind für uns selbst.

Chancen erkennen

Je unterschiedlicher die Bereiche sind, in denen Du Dein Wissen angesammelt hast, desto breiter ist auch Deine Wahrnehmung.

Die Menschen, die vor Ideen überschäumen, haben oft einen sehr großen Erfahrungsschatz, interessieren sich für viele verschiedene Dinge und erkennen daher auch schneller Probleme und Lösungen.
Die Ideen, mit denen Du Dich selbstständig machen kannst, liegen oftmals tatsächlich auf der Straße – aber Du musst sie erkennen, sie als Chance wahrnehmen.

Perspektivenwechsel – den Ideenhorizont erweitern

Diese Fähigkeit kannst Du trainieren.

Verlasse Deine eingetretenen Pfade und unternimm etwas, was Du vorher noch nie getan hast. Du wirst auf einmal Dinge sehen, die Dir zuvor nicht bewusst waren. Sei offen, trainiere den Blick für andere Perspektiven. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Eine davon kannst Du ganz leicht im Alltag anwenden: Mach die Dinge anders als sonst.

Den Alltag gegen den Strich bürsten

  • Nimm einen anderen Weg zur Uni oder zur Arbeit, sieh Dir Filme an, die Du normalerweise nicht anschauen würdest, unterhalte Dich mit Personen, mit denen du sonst selten sprichst. Entwickle eine gesunde Neugier!
  • Wenn Du noch nie klettern warst, geh klettern.
  • Wenn Du normalerweise viel mit dem Fahrrad fährst, wähle stattdessen öffentliche Verkehrsmittel.
  • Wenn Du noch nie auf einer Buchmesse oder einer für Videospiele warst, geh hin, auch wenn Du denkst, es interessiert Dich nicht.

Lerne, aus allen Situationen etwas mitzunehmen, das Dich weiter bringt.

Probiere Neues aus. Du wirst sehen, wie schnell Dir Dinge auffallen, die Du vorher nicht gesehen hast. Sobald das der Fall ist, kannst Du auf Probleme achten, die es in diesen ungewohnten Lebensbereichen gibt. Du wirst bestimmt einige neue Ideen haben, mit denen Du Dich selbstständig machen könntest.

Aber Achtung! Nicht jede davon ist auch wirklich geeignet. Wer mit diesen Übungen beginnt, kann in eine Art Rausch verfallen und sieht überall nur noch Ideen. Das musst Du berücksichtigen, denn es birgt Risiken. Aber hier geht es erst einmal nur darum, den Blick für Chancen zu schärfen.

Stärken und Schwächen mal anders

Du hast Dich bestimmt schon einmal mit Deinen Stärken und Schwächen beschäftigt. Bist Du zuverlässig? Kreativ? Ein Stehaufmännchen? Ein wenig chaotisch?
Vergiss das! Um so etwas geht es hier nicht.

Die Stärken und Schwächen, die Dich weiter bringen können, wenn Du Dich selbstständig machen möchtest, lassen sich selten einfach so aufzählen.
Du musst sie erarbeiten, entblättern wie die Schalen einer Zwiebel.

Dann sind sie Gold wert – auch die Schwächen. Ganz oft im Leben führt uns eine vermeintliche Schwäche in Situationen, die uns unsere wahren Stärken erst offenbaren. Das erkennen wir aber meist nicht, weil wir zu sehr mit der Schwäche und der Situation beschäftigt sind.

Du hast also Stärken in Dir, die Du nicht einmal erahnst. Entdecke sie!

Vorsicht, Manipulation!

Wichtig ist es, Deine echten Stärken und Schwächen von jenen zu trennen, die andere nur auf Dich projizieren.

Stell Dir vor, Du würdest Dich mit einer Idee selbstständig machen, die zu einer Stärke passt, die Du eigentlich gar nicht besitzt!

Wenn alle Welt Dir ständig erzählt, dass Du ein toller Zuhörer bist und immer so menschlich und verständnisvoll, kommst Du vielleicht auf die Idee, Dich als Persönlichkeitscoach selbstständig zu machen. In Wirklichkeit aber liegt Deine Stärke in Deiner messerscharfen, kritischen Analysefähigkeit – Du wärest als Unternehmensberater viel besser aufgehoben!

Allerdings ist kritische Analysefähigkeit etwas, was den Menschen in Deinem Umfeld durchaus unangenehm sein kann! Also sagen sie Dir, wie toll es ist, dass Du immer so gut zuhörst und so verständnisvoll bist. Das ist Manipulation, wenn auch meist keine absichtliche. Deine Mitmenschen entziehen sich so unbewusst Deinem kritischen Blick, weil sie gemerkt haben, dass Du fast immer mit dem Finger in Wunde triffst.

Du hingegen freust Dich über das Kompliment und gibst weiterhin den verständnisvollen Zuhörer, denn Lob ist ein positiver Verhaltensverstärker. Am Ende bist Du so überzeugt von Deiner „Stärke“, dass Du die Idee hast, Dich damit selbstständig zu machen.
Deine wahre Stärke jedoch schlummert weiterhin in Dir. Als Unternehmensberater wärest Du vielleicht sensationell gewesen. Schade.

Du siehst, die Sache mit den Stärken und Schwächen ist gar nicht so offensichtlich, wie es zunächst scheint. Es lohnt sich, tiefer zu graben – Du könntest auf Gold stoßen. Erkenne die Rollen, die Du spielst und lerne zu unterscheiden, in welchen Du Dich wohlfühlst und welche Dir nur auferlegt wurden.

Selbstständig machen – Ideen an der Quelle suchen

Du weißt jetzt, was Du kannst und was Du willst, außerdem hast Du gelernt, über den Tellerrand zu schauen. Nachdem Du so weit gekommen bist, kannst Du nun endlich anfangen, auf die Suche nach konkreten Ideen zu gehen.

Wen interessiert der Bereich, in dem Du dich selbstständig machen willst? Geh zu Veranstaltungen, auf denen sich diese Personen aufhalten, und sauge alles auf, was Du dort hörst und siehst. Oder melde Dich in themenrelevanten Foren an und erfahre dort mehr über die Hintergründe. Gibt es ein Problem, welches Du lösen kannst? Was haben die Menschen auf dem Herzen, worüber klagen sie, was erfreut sie?

Wer sich erfolgreich selbstständig machen will, muss ein real existierendes Problem finden und dieses lösen. So kannst Du sicher sein, dass es eine Nachfrage gibt – sofern die Lösung wirklich hilfreich und praktikabel ist. Lerne Deine Zielgruppe und ihre Probleme richtig gut kennen.

Vergiss nicht, dass eine Zielgruppe aus Menschen besteht, nicht aus Statistiken. Sprich mit diesen Menschen! Sie liefern Dir indirekt hervorragende Ideen, mit denen Du Dich selbstständig machen kannst.

Nutze die Macht der Bisoziation

Bisoziation ist eine Kreativitätstechnik, die Bereiche miteinander verbindet, die ursprünglich nichts miteinander zu tun haben. Steve Jobs war ein Meister in dieser Disziplin. Du kannst dafür hervorragend auf die verschiedenen Eindrücke aus Deinen neu erforschten Bereichen zurückgreifen.

Ein Beispiel:
Da Du jetzt öfter öffentliche Verkehrsmittel nutzt, erkennst Du, dass viele Personen an den Haltestellen keinen Sitzplatz finden. Gerade für ältere Menschen oder solche mit körperlichen Einschränkungen ist das ein Problem.

Bei Deinen neuerlichen Strand-Ausflügen hast Du Minizelte gesehen, die als Windschutz am Strand fungieren und ganz klein zusammengefaltet werden können. Sie sind besonders leicht.

Du hast die Idee, faltbare Stühle für unterwegs zu produzieren, die in jede Handtasche passen und – eine weitere Analogie – per Knopfdruck wie ein Automatikschirm auf- oder zuschnappen. Alle drei Dinge – Zelt, Stuhl und Schirm – gibt es bereits. Die neue Idee entsteht durch Kombination.

Übe diese Art zu denken! Entwerfe verrückte Ideen, auch wenn sie sich niemals umsetzen lassen würden. Das ist egal – trainiere Dein Gehirn in dieser Kreativitätstechnik!

Und jetzt alles zusammen

Die Kür der Bisoziation liegt darin, Ideen zu finden, mit denen Du Dich selbstständig machen kannst, indem Du Deine wahren Stärken und Talente aus einem bekannten Bereich in einen neuen Bereich überträgst, um daraus neue Lösungsansätze für eine klar definierte Zielgruppe zu erschaffen. Wenn du es schaffst, bei diesem Prozess die Perspektiven zu wechseln und festgefahrene Denkmuster zu enttarnen, kann etwas wirklich Großartiges dabei herauskommen.

Selbstständig machen – Ideen sind leider nicht alles

Wenn Du Dich in neuen Bereichen getummelt, neue Eindrücke gewonnen, andere Perspektiven eingenommen und Deine Zielgruppe kennengelernt hast, kommst Du zu ganz anderen Ideen, als wenn Du Dich einfach ins stille Kämmerlein setzt, ein wenig im Internet recherchierst und ein bisschen Brainstorming machst.

Wenn Du auf diese Weise sinnvolle Ideen entwickelt hast, mit denen Du Dich selbstständig machen könntest, ist das ein solider erster Schritt. Es müssen aber – auf dem Weg zum tragfähigen Geschäftsmodell – noch weitere wichtige Schritte folgen. Einige davon findest Du nach und nach hier im Blog.

In Teil zwei der Serie >>„Selbstständig machen – Ideen für Gründer“ geht es um die >>10 Merkmale einer guten Geschäftsidee.

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Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.

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