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11
02
2014
Selbstständig machen - der Schlüssel zum Glück?

Selbstständig machen – glücklich sein?

von Bianca 0

Hier auf loveyourtime.de geht es ja bekanntlich darum, glücklich zu sein, seinen eigenen Weg zu finden. Das bedeutet für viele Menschen natürlich etwas völlig unterschiedliches. Ein nicht unerheblicher Teil derer, mit denen wir über dieses Thema gesprochen haben, zählt jedoch einvernehmlich Selbstverwirklichung und Selbstbestimmtheit zu den wichtigsten Faktoren, um dauerhaft glücklich zu sein. Und sehr schnell landet man dann beim Thema “selbstständig machen”. 

 

Selbstständig machen – der Schlüssel zum Glück?

Die Gründe, warum viele sich selbstständig machen möchten, liegen scheinbar auf der Hand. Neben Selbstverwirklichung und der Vermeidung von Fremdbestimmheit fällt häufig Begriff der Freiheit. Und dann kommen sie, die drei Topgründe, die dazu führen, dass viele sich selbstständig machen möchten:

Weniger arbeiten, mehr Geld verdienen, nicht mehr abhängig sein.

So manch einer, der sich selbstständig machen wollte, um anschließend die Beine hochzulegen und andere für sich arbeiten zu lassen, hat da schon seine herbe Enttäuschung erlebt.

Die Sache mit der Abhängigkeit lässt sich sehr schnell entmythologisieren. Ein Angestellter ist abhängig vom Arbeitgeber. Und wovon ist dieser abhängig? Von Kunden, Krediten, Konjunktur. Was passiert, wenn sich einer dieser Parameter ungünstig ändert? Der Arbeitgeber muss reagieren, in dem er teilweise unbeliebte Maßnahmen ergreift. Das können Umstrukturierungen sein, im ungünstigsten Fall Kündigungen. Wovon ist man also als Arbeitnehmer eigentlich abhängig? Von Kunden, Krediten und Konjunktur. Natürlich trifft der Arbeitgeber manches Mal Entscheidungen, die er so nicht hätte treffen müssen. Und manches Mal mag er auch einfach nur nervig sein.

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Also selbstständig machen und von nun an nie mehr ärgern? Leider nicht. Es fällt nur der Arbeitgeber weg, der Rest bleibt! Kunden, möglicherweise Kredite, Konjunktur. Und je nach dem, wie diese sich ändern, muss man nun selbst reagieren. Sich von Kunden ärgern lassen. Und wahrlich, auch die können manchmal ganz schön an den Nerven zerren. Abhängig ist man also immer. Irgendwie und von Irgendwem. 

Kommen wir zu den anderen beiden Punkten. Selbstständig machen wird sehr gerne gleichgesetzt mit weniger arbeiten, mehr verdienen. Sollte das Ihr Ansatzpunkt sein, lassen Sie es lieber gleich bleiben. Es wird nicht funktionieren…:

BWL – Studium, erster Vorlesungstag, Thema Wirtschaftlichkeit: Der Großteil der hoch motivierten Studenten und Studentinnen hält es für die beste Lösung, mit möglichst wenig Aufwand den größtmöglichen Ertrag zu erreichen. Sie alle bekommen hier leider ihr erstes blaues Auge.

  • Man kann mit möglichst geringem Aufwand einen gegeben Ertrag erreichen oder
  • mit einem gegebenen Aufwand einen größtmöglichen Ertrag erwirtschaften. 

Minimaler Einsatz, maximales Ergebnis funktioniert dagegen leider nur bei einem Sechser im Lotto. Da ist dann aber die Wahrscheinlichkeit entsprechend gering. Das lernen die Studenten dann gleich im Anschluss in ihrer ersten Statistikvorlesung. Schade. Schon am ersten Vorlesungstag sind sämtliche Träume zerplatzt.

Und so ist es auch, wenn Sie sich selbstständig machen. Sie können versuchen, Betrag X mit möglichst wenig Arbeit zu erreichen. Oder Sie versuchen, mit einem bestimmten Stundenaufwand den größtmöglichen Ertrag zu erwirtschaften.

Die Gleichung möglichst wenig Arbeit = größtmöglicher Ertrag können Sie ruhig in der Märchentruhe verstauen und heraus holen, wenn Sie mal wieder richtig lachen wollen. Selbstständig machen sollte man sich auf dieser Basis nicht.

Ist selbstständig machen also keine Lösung? Doch!

Bevor Sie sich nun einfach selbstständig machen, sollten Sie sich fragen, was Sie – unabhängig vom Geld – wirklich gerne machen würden. Etwas, was Sie richtig ausfüllt. Haben Sie etwas gefunden? Gut.

Hier sind wir nun des Rätsels Lösung auf der Spur. Wenn Sie etwas finden, was Sie wirklich, wirklich, wirklich gerne machen und Ihnen dann noch einfällt, wie Sie damit anderen bei irgendetwas so behilflich sein können, dass diese sogar bereit wären, dafür zu bezahlen, haben Sie den Code geknackt. Dann können Sie sich selbstständig machen! Okay, so einfach ist es dann doch nicht… Aber schauen wir uns das Ganze näher an.

Gehen wir die Punkte noch einmal durch:

  • Selbstständig machen kann zu Freiheit und Selbstverwirklichung führen, wenn man das umzusetzen vermag, was einem wirklich am Herzen liegt und das auf eine selbstbestimmte Weise.
  • Fremdbestimmt wird man dennoch ein Stück weit immer sein, da man sich an Kunden und Markt orientieren muss, um wirtschaftlich zu überleben. Da man aber das, was die Kunden wünschen, selbst leidenschaftlich gerne macht, empfindet man es idealerweise nicht als Fremdbestimmung, sondern als Berufung.
  • Sich selbstständig machen und dann weniger arbeiten kann man, wie wir gesehen haben, getrost vergessen. Im Gegenteil, selbstständig machen geht meist weit über eine 40-Stunde-Woche hinaus. Wer aber das, was er da tut, von Herzen gerne macht, wird es selten als echte Belastung empfinden. Ähnlich wie bei einem leidenschaftlichen Hobby merkt man gar nicht, wie die Zeit vergeht und macht sich mit Feuereifer ans Werk.
  • Sich selbstständig machen um dann sehr schnell sehr reich zu werden wird in aller Regel auch nicht funktionieren, allen Erfolgsgeschichten gerade auch im Internet zum Trotz. Natürlich gibt es Ausnahmefälle. Wer sich aber wie selbstverständlich zu diesen zählt, könnte ein böses Erwachen erleben.
    Die gute Nachricht ist, dass der schnelle Reichtum nicht mehr ganz so wichtig ist, wenn der Rest stimmig ist. Seien wir ehrlich: Viele Menschen, die ihrer Tätigkeit aus reinem Pflichtgefühl, nicht aber aus Leidenschaft nachgehen, sehen ihr Einkommen als eine Art Schmerzensgeld an. Wenn sie schon nicht das machen können, was sie gerne mögen, wollen sie dafür wenigstens gut bezahlt werden. Wer nun aber das macht, was er liebt, benötigt auch kein Schmerzensgeld mehr, oder? Dann genügt für den Anfang ein Einkommen, von dem es sich gut leben lässt, möglicherweise schon zum Glücklichsein.

Die Lösung 

Mache das, was Du wirklich liebst und biete den Menschen einen echten Mehrwert!

Der Weg ist nicht, zu sagen: „Ich will mich gerne selbstständig machen, damit ich machen kann, was ich mag. Wie bringe ich jetzt die Leute dazu, dafür zu bezahlen?“ Wenn man Pech hat, will das dann nämlich niemand.

Aber es ist eben auch verkehrt, nur darauf zu schauen, was der Markt will und dies dann umzusetzen, ohne selber dahinter zu stehen. Dann bleibt nämlich ganz schnell die Motivation auf der Strecke und das Einkommen wird wieder zum Schmerzensgeld.

Einer, der das wirklich verstanden hatte, war Steve Jobs. Dass er das, was er tat, wirklich gut und mit Leidenschaft betrieb, wird kaum einer bestreiten. Und er konnte sich soweit in seine Kunden hineinversetzen, dass er schon vor ihnen wußte, was sie wirklich wollten.

Sollten Sie sich selbstständig machen und eine solche Perfektion je erreichen, dann – und nur dann! – könnten sie vielleicht tatsächlich einmal in der Hängematte enden und andere für sich arbeiten lassen. Aber ich wage die Prognose: Wenn sie jemand sind, der so etwas erreicht, machen sie von Natur aus einen großen Bogen um jede Hängematte. 
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Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.