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03
09
2013
Achtsamkeit

Im Hier und Jetzt – Achtsamkeit

von Bianca 0

Jeder redet davon, wie wichtig es ist, im Hier und Jetzt zu leben. Jedoch wird dies eher für die Zukunft geplant. Jetzt und Hier scheint es doch etwas schwierig zu sein, im Hier und Jetzt zu leben.

Warum fällt es uns so schwer, uns auf den Augenblick zu konzentrieren, wo er uns doch viel vertrauter sein sollte, als eine unbekannte Zukunft? Vielleicht, weil wir ständig damit beschäftigt sind, uns auf all die Dinge zu konzentrieren, die auf uns einströmen und diese zu ordnen, zu gewichten, zu organisieren. Wir sind die meiste Zeit über fremdbestimmt von unseren Pflichten und Ängsten. Das Gedankenkarussel dreht sich unaufhörlich. Der Augenblick streift unser Bewusstsein dabei nur am Rande. Es ist gar nicht so einfach, sich ganz bewusst auf ihn einzulassen, wenn man es nicht mehr gewöhnt ist.

Es gibt zahllose Anleitungen zur Achtsamkeit, zur bewussten Konzentration auf den Augenblick. Ich möchte heute einmal einen anderen Ansatz wagen.
Es ist leichter, sich auf etwas zu konzentrieren, wenn man damit in Resonanz ist, sich auf etwas einschwingt, mitschwingt. Sich auf den Augenblick zu konzentrieren kann also ganz leicht gehen, wenn man zu ihm eine Resonanz aufbauen kann, indem man etwas tut oder an etwas teilnimmt, was einen völlig gefangen nimmt – im positiven Sinne. 
Es gibt sicher hunderte Möglichkeiten dazu – eine davon ist es, einen Moment mit vielen Gleichgesinnten zu erleben. Sportveranstaltungen können so etwas auslösen, wenn man ganz und gar mitfiebert mit seiner Mannschaft oder seinem Sportler und dieses Mitfiebern von Zahllosen geteilt wird. Auch ein Musikkonzert kann ungeahnte Höhen des Augenblicks erleben lassen – wenn tausende Kehlen wie mit einer Stimme lauthals und von Herzen singen, wenn unzählige Lichter die Dunkelheit erleuchten und ein Meer aus emporgerissenen Armen sich im Gleichtakt wiegt, wenn Beifall sich zu frenetischem Jubel steigert und die Menge nicht mehr nur die Musiker sondern viel mehr sich selber feiert, wenn selbst die sonst so Selbstbeherrschten Freudentränen in den Augen haben – dann kann sich niemand mehr der Macht des Augenblicks entziehen. Nichts anderes ist wichtig in diesem Moment als nur der Moment selbst. Man ist ganz da und völlig wach, man spürt den eigenen Atem, den eigenen Herzschlag, man spürt die Gänsehaut. Alle Sinne sind erwacht und man spürt es, das Leben, die Freude, das JETZT. 

Wer die Strapazen eines solchen Erlebnisses auf sich nimmt, wird fast immer belohnt. Wer es lieber etwas etwas ruhiger angehen möchte, findet trotzdem genug Möglichkeiten, in Resonanz zu gehen. Es muss keine Massenveranstaltung sein. Auch wer ganz allein für sich ein Bild malt oder etwas anderes mit Liebe und Hingabe macht, kann den Flow spüren – wenn er sich darauf einlässt. Dafür muss man sich die nötige Zeit gönnen. Das Handy ausschalten. Das TV-Gerät möglichst auch. Und dann ganz eins werden mit dem, was man tut. Es tun um seiner selbst Willen, mit dem Weg als Ziel. Wer sich nicht sicher ist, welche Beschäftigung ihn so völlig ausfüllen könnte, dass er ganz in ihr versinken könnte, muss ausprobieren. Ausdauersportler erreichen oft solche Momente – vielleicht lohnt es sich, einmal in diese Richtung zu denken. 

Was man dabei erlebt, ist noch nicht wirklich Achtsamkeit, aber zumindest ein Ankommen im Augenblick. Kein Gefühl von „Ich werde“, sondern von „Ich bin“. Jetzt. Hier. 

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Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.