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2016
Blogmomentum 2016

Ich reloaded – Business reloaded

von Bianca 0

MarkuBlogmomentum Pro 2016s Cerenak hat zu seinem Blogmomentum 2016 aufgerufen. Ein Ruf, dem ich gerne folge. Seine erste Frage an die Teilnehmer lautet – zusammengefasst – dann auch gleich: “Warum machst Du eigentlich das, was Du tust? Und was hat sich geändert?“

Wann hast Du Dir diese Frage zum letzten Mal gestellt?

Was auch immer Du tust – beruflich, privat, bei Deinem Hobby – weisst Du noch, warum Du es tust? Weisst Du noch, warum Du das das alles mal gestartet hast? Weiter unten findest Du einen Link zu einem Worksheet, das Du Dir einfach herunterladen kannst. Damit kannst auch Du Deine persönliche Bilanz erstellen, wenn du denkst, es wäre an der Zeit, mal wieder genauer hinzuschauen. 

Und damit Du Dich Dir nicht allein stellen musst, mache ich den Anfang und lasse mal ganz bewusst die Hosen runter. Vielleicht entdeckst Du Dich ja an der einen oder anderen Stelle wieder.

Warum mache ich das hier?

Seit 2012 schreibe ich hier auf loveyourtime.de. Direkt, nachdem ich meinen bombensicheren Job gekündigt hatte, habe ich damit angefangen. Habe mich einerseits selbstständig gemacht mit einer Marketingagentur. Ohne Netz und doppelten Boden. Ohne Förderung, ohne Kredit. Ich hatte ja mein ach so tolles BWL-Studium, da musste ich ja schließlich wissen, wie der Hase läuft … Stattdessen habe ich ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut.

Theorie und Praxis verhalten sich zueinander nämlich wie Mentos in Cola: Explosiv!

Das zu erleben war hart und toll zugleich. Und irgendwie hab ich es dann geschafft.

Aber ich hatte andererseits auch das Bedürfnis, „mehr“ zu hinterlassen. Und in meinem Kopf schwirrte schon immer der Gedanke herum, dass wir das Beste aus unserem Leben machen sollten. Dem inneren Pfad folgen sollten. Das tun, was wir wirklich wollen. Also dachte ich: Schreib darüber!

Die Kernaussage der ganzen Blog-Geschichte war schnell gefunden: „Zeit ist Leben. Liebe Deine Zeit.“

Warum ich das so sehe? Es gibt zwei Gründe dafür:

1. Die Zeit läuft

Wir haben nur begrenzt Zeit in diesem Leben und niemand ahnt, wie lange.
Ich habe da einschlägige Erfahrungen.

  • Ich wurde als Kind schon vor der Haustür weggeschnappt und kann von Glück sagen, dass derjenige schnell zur Besinnung kam, bevor etwas passierte.
  • Ein Busfahrer hat mich „entführt“ – wobei ich nicht weiß, ob er sich nur einen Scherz erlaubte oder nicht. Er fuhr mit seinem Bus jedenfalls ganz überraschend auf die Autobahn. Ich war der einzige Fahrgast und mit mir reden mochte er nicht. Egal, wie sehr ich auf ihn einbrüllte. Was auch immer ihn ritt (vielleicht nur makabrer Humor), in dem Moment war ich mir sicher: Das war es mit mir.
    Glücklicherweise hatte er einen lichten Moment, hielt plötzlich einfach an und ließ mich mitten im Nirgendwo raus.
    Skurrilerweise war es das große, gelb beleuchtete M einer bekannten Fast-Food-Kette am Horizont, das mich wieder in die Zivilisation führte. Wer kann da noch behaupten, Burger hätten nicht Gutes.
  • Irgendwann davor hatte ich fast einen tödlichen Skiunfall,
  • später beinahe einen ebenso üblen Autounfall und
  • vor zwei Jahren raffte mich fast ein geplatzter Blinddarm dahin.

Ich sah es nie kommen. Es war immer ganz plötzlich. Mein Fazit daraus: Man weiß nie, wie lange man noch hat. Wir verdrängen das sehr gern. Haben ewig Zeit. Ewig Zeit, all das zu tun, was wir noch vorhaben. Ewig Zeit, zu träumen … Wir wissen eigentlich alle ganz tief drin, dass das nicht stimmt. Aber wir handeln nicht danach.

Deshalb startete ich ganz ursprünglich mit Love.Your.Time.

2. Erfolg folgt immer dem, was Du liebst

Der zweite Grund: Ich komme aus einem knallharten Business. Einem Haifischbecken. Wer die Beraterbranche kennt, weiß, wovon ich rede.
Ich habe Zombies gesehen.
Business-Zombies, die dem Erfolg nachjagten, komme, was wolle. Die sich jeden Morgen in eine Verkleidung quetschten, die sie Dresscode nannten und ihre Persönlichkeit an der Garderobe abgaben.
Business-Zombies, die sich nachts mit dem Gedanken an ihr Bankkonto zudecken mussten, weil ihnen jede andere Art von Nestwärme fehlte. Aber ich habe auch andere gesehen – und interessanterweise waren es die wirklich Erfolgreichen, die sich irgendwie ihr Herz bewahrt hatten. Und genau die hatten ein Leuchten in den Augen.

Mir wurde klar: Erfolg im Job, im Leben, im Hobby, in der Liebe – es funktioniert nur, wenn Du liebst, was Du tust. Du wirst niemals die nötige Energie aufbringen, um alle Klippen zu umschiffen, wenn Du es nicht liebst.

Liebe-Deine-Zeit heißt für mich also, die Zeit, die wir haben, so zu nutzen, dass wir uns gerne an sie erinnern werden, wenn wir alt und grau sind. Und keine Minute bereuen. Es heißt aber auch, dass das für mich der einzige Weg ist, um jemals wirklich erfolgreich zu sein.

Was findest Du als Leser hier?

Wenn ich hier nur herum philosophieren würde, um mir selbst beim Denken zuzuschauen, könnte ich natürlich auch Tagebuch schreiben. Aber man bildet sich ja immer ein, dass man seinen Mitmenschen irgendwie etwas mitgeben könne. Deshalb war das hier ursprünglich einmal als Inspiration gedacht. Als Gedankenanstoß.

Ich hatte die Online- und Offline-Welt in meinem Kopf wirklich getrennt. Hier meine „echten“ Kunden, dort meine „virtuellen“ Leser, die es zu inspirieren galt. Und wie so viele, die mit einem Blog starten, hatte ich nur SEO, User und Klicks im Kopf.

Heute gibt es diese Grenze zwischen online und offline für mich nicht mehr.
Ich schreibe, wie mir der Schnabel gewachsen ist.
SEO verschiebe ich immer auf ein undefinierbares „Irgendwann“.
Heute biete ich konkreteren Nutzen als nur Inspirationen.
Es gibt einen ersten Online-Kurs.
Erste Freebies.
One-to-One-Coachings überlege ich mir gerade sowohl „echt“ als auch per Skype – wenn auch sparsam dosiert.

Viel online mit einem Schuss offline

Ein wenig „Offline-Business“ wird bleiben.

Schließlich komme ich daher. Hab das jahrelang gemacht. Ganz werde ich das nicht los.
Das Leuchten in den Augen der Menschen, wenn es „Klick“ macht – ich liebe das. Wenn sie auf einmal ganz neue Welten für sich entdecken. Nie, nie, nie vergesse ich die Anrufe von Menschen, die nach unseren Gesprächen plötzlich ihren Weg fanden. Nie den Sekt oder Wein oder die Blumen, die sie freudestrahlend an der Tür abgaben mit einem aufrichtigen „Danke“.

Dafür habe ich meinen Offline-Job geliebt. Für dieses „Wirklich-Etwas-Bewegen“. Ich habe mit den Menschen, die ich beraten habe, manchmal verhalten, manchmal richtig dreckig gelacht. Echte, bittere Tränen aber auch Freudentränen geweint. Über die Welt sinniert. Wir sind zusammen und aneinander gewachsen und nicht selten war ich danach größer, reicher, ganzer. Man lernt halt immer VON-EINANDER. Das geht immer in beide Richtungen.

Aber ich liebe nun einmal auch die Online-Welt mit ihren grenzenlosen Weiten und Möglichkeiten und habe dort mittlerweile mindestens ebenso interessante Menschen kennengelernt. Und deshalb war der nächste Schritt, die Beratung in die virtuelle Welt zu bringen.

Love.Your.Time

Love.Your.Time ist eine Anlaufstelle für Menschen, die Mut haben. Mut, dem Status quo die Stirn zu bieten. Genug Mut, das zu tun, was sie wirklich wollen. Das sind zum Beispiel Menschen, die ihren Job hinschmeißen, um sich mit etwas selbstständig zu machen, das sie lieben. Mit etwas, wofür ihr Herz schlägt.
Aber es sind auch Menschen, die an sich arbeiten und endlich ihre alten Muster über Bord schmeißen wollen. Und zwar ohne Opfer-Mentalität. Menschen, die bereit sind, Verantwortung für sich zu übernehmen. Felsenfest für sich einstehen.

Was funktionierte – und was nicht

Markus fragt in seinem Blogmomentum auch danach, was in unserem Online-Business bisher gut funktioniert und was nicht. Ich sage es mal geradeheraus: Für mich funktioniert “normal” nicht.
Habe ich versucht.
Habe mir angeschaut, was die anderen online so treiben. Nach dem Motto „Best Practice“ hab ich es dann ähnlich gemacht. Ging nicht. Ich habe Berge an Ratgebern gelesen, was man tun und besser lassen sollte. Es waren gute Tipps dabei, aber es zündete nicht.

Und dann erinnerte ich mich daran, was im „echten“ Leben funktionierte: Rebellion 😉
In meinem alten Job hab ich den Dresscode direkt für die halbe Belegschaft abgeschafft. (Ist es nicht pure Ironie, dass die Autokorrektur immer „Fresscode“ schreibt?!). Bin ich meine Garderobe? Sicher nicht.

Mit dem Kopf durch die Wand

Und auch sonst. Ich hatte zwar den Spitznamen „Mutter Teresa“ was mein Team betraf, aber mein Chef bescheinigte mir, ziemlich unbequem zu sein. Stur. Widdermäßig (nun ja, ich BIN Widder).

Dennoch machte ich einen guten Job. Deshalb liess er mir das wohl durchgehen. Und noch heute arbeiten wir zusammen, denn ich war nie stur, um zu provozieren – nur wenn ich meine Standpunkte verteidigte. Und das Wohl seiner Firma hatte ich immer im Auge. Ich glaube, er weiß das.
Einmal sprengte ich fast ein Führungskräfte-Coaching, weil ich mich vor versammelter Mannschaft weigerte, eine Aufgabe zu machen. In meinen Augen ging sie auf Kosten nicht anwesender Mitarbeiter.
Wohl gemerkt: Das war MEINE Meinung. Der Coach war super, ich halte viel von ihm, und die Übung wird absolut ihren Sinn gehabt haben. Aber ich konnte das nicht.
Ich spüre noch heute den brennenden Blick meines ehemaligen Chefs im Nacken. Sehe das fassungslose Gesicht des Coaches. Beide hatten sicher nur Gutes im Sinn. Aber die Aufgabe ging nicht mit meinen Wertvorstellungen konform. Also verweigerte ich sie. Widdermäßig. Und nicht sehr elegant.

Mein Ex-Chef sagte mir später, in dem Moment hätte er mich am liebsten geteert und gefedert. Aber im Nachhinein hätte mein Verhalten ihm Respekt abgefordert. Dass er das sagte, das zugab, rechne ich ihm hoch an. Extrem hoch. Und es zeigt: Authentisch währt am längsten.

Ecken, Kanten und ROAR

Was zog ich aus dem Allen für mein eigenes Business? Ich entschied mich zunächst im Offline-Business für eine ganz spezielle Zielgruppe, setzte auf Neuromarketing, packte meine Website voller Raubtiere, polarisierte extrem und BOOM waren die Kunden da.

Manche mögen das nicht – das Martialische. Das Raubtiergebrüll. Interessanterweise wurden die, die es am wenigsten mochten, meine besten Kunden. Das, was wir total ablehnen, hat ja immer etwas mit uns selbst zu tun … und das geht nicht aus dem Kopf. Es vergeht kein Tag, an dem von Kundenseite aus nicht ein verbaler Seitenhieb auf Tiger oder Löwen erfolgt. Und genau diese Kunden legen mir heutzutage morgens Brötchen vor die Tür. Aus Wertschätzung.

So kam es also … Ich bin die mit den Raubtieren. By the way: Ich liebe Raubtiere.
Mittlerweile führe ich das immer weiter auch in meinem Online-Business ein. Das wurde mein Branding. 

Und mir wurde klar: Personal Branding ist alles. Das versuche ich auch, allen Kunden – offline und online – klar zu machen. Es gibt tausende Mitbewerber. Aber DICH gibt es nur einmal.

Why, oh tell me why

Also, was treibe ich hier jetzt mal auf den Punkt gebracht? Ich unterstütze Menschen dabei, ihr Rückgrat zu finden. Ihr ROAR. Im Job und im Leben. Ich unterstütze sie dabei, sich zu positionieren. Ihr eigenes Ding zu finden. Und es bekannt zu machen.

Ich weiß, ich sehe nicht nach ROAR aus. Ich kenne sämtliche Vorurteile bezüglich weiblich, blond, zierlich.
Aber genau diese Vorurteile ließen mich immer etwas härter arbeiten. Sie waren verdammt gute Sparrings-Partner.

Die meist männlichen Ratschläge, ich solle doch mal das „Weibliche“ ablegen,  dann würde ich noch ernster genommen werden, sind mir egal. Ich bin nicht Mulan, die sich als Mann verkleidet, um ernst genommen zu werden. Ich bin ich.

Und auch sonst verkleide ich mich nicht. Ich habe meinen besten Kunden in Jogger und Basecap akquiriert. Weil es sich eben gerade so ergab. Er hat nie an meiner Kompetenz gezweifelt, nur weil ich nicht im Business-Dress herumlaufe. Warum auch?
Ich habe mir völlig unbekannte Vertreter von Microsoft und Nokia in ein Business-Center eingeladen, um ihnen eine Geschäftsidee zu präsentieren (und weiß bis heute heut nicht, wie ich das geschafft hab). Das Business-Kostüm blieb im Schrank. Zugehört haben sie trotzdem.

Aufrecht in die Freiheit

Versteh mich nicht falsch. Ich bin keine Kampf-Amazone. Ich ekle mich zu Tode vor Schnecken, dennoch rette ich sie von der Straße. King Kong kann ich mir bis heute nicht anschauen, weil ich schon beim Vorspann heule (ich weiß, ja, was mit ihm passiert). Und wenn ich jemandem einen besonders ergreifenden Artikel vorlesen möchte (ich lese gerne vor), den ich irgendwo ausgegraben hab, muss ich 25 Mal neu ansetzen, weil ich schon bei der Überschrift vor Ergriffenheit schluchze. Aber ich ziehe es durch! Zum Leidwesen meiner hilflosen Zuhörer…

Ich bin immer die, die HIER schreit, wenn irgendwer Hilfe braucht. Ich bin also durchaus irgendwie ein emotionales Weichei. Aber ich mache mich nicht mehr klein. Und das ist so befreiend, dass ich es auch anderen weitergeben möchte.

Das ist aus Love.Your.Time geworden. Das Leben ist zu kurz, um sich nur um das zu kümmern, was andere für uns vorgesehen haben. Das hier ist DEIN LEBEN. Pack es an. Mach etwas daraus. Tick tack. Wieder eine Minute vorbei. Ergreif die Sekunden und mach sie zu Ewigkeiten der Erfüllung. Jetzt!

 UND JETZT DU! Hier findest Du das Worksheet für Deine eigene Bilanz

Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.

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