Blog
23
05
2014
Digital Detox

Digital Detox – der kalte Entzug

von Bianca 0

Es gibt einen neuen Stern am Marketinghimmel der Touristikbranche: Digital Detox, also digitale Entgiftung. 
Oder einfacher gesagt:

  • PC runterfahren,
  • Handy aus.

Das klingt aber nunmal nicht sexy.
Und damit lässt sich auch kein Geld verdienen.

Also haben findige Beobachter der immer stärker werdenden Digitalisierung einfach einen neuen Trend kreiert: Digital-Detox-Urlaub.

Dafür gibt es Hotels und Camps, in denen man seine Digitalen Geräte zu zusammen mit dem letzten Rest Selbstverantwortung sozusagen gleich am Empfang abgeben soll, um dann entspannt einen völlig analogen, entstressenden Urlaub zu erleben.

Viel Geld fürs Knöpfchendrücken?

Mal darüber nachdenken: Ich möchte mich im Urlaub von meinem Digitalwahn befreien. Ich schränke also die Auswahl meiner Urlaubsziele drastisch ein, weil Digital Detox natürlich nicht überall angeboten wird. Das Handy und Laptop einfach zu Hause zu lassen, gehört scheinbar nicht ins Digital-Detox-Konzept. Damit ließe sich nichts verdienen.

Allerdings glaube ich auch, dies würde kaum jemand machen. Das Handy für den Notfall in greifbarer Nähe zu haben, scheint den meisten da doch sicherer. Als Rettungspille. Also bezahle ich einen Haufen Geld, um dann, wenn ich im Hotel angekommen bin, aufs Knöpfchen zu drücken???
Kann man natürlich machen. Über Sinnhaftigkeiten ließe sich streiten.

Wie das Smartphone die Evolution beeinflusst

Natürlich ist die Zielgruppe vorhanden: Eine riesige Herde von Smartphone-Junkies, die sogar das Schneiden der eigenen Zehennägel mit der digitalen Öffentlichkeit teilen muss. Menschen, die einfach nicht mehr „ohne“ können. Im Beruf nicht, privat schon gar nicht.

Mit nach unten gebogenen Hälsen schreiten sie durch eine reale Welt, die sie nicht mehr wahrnehmen. Den Blick fest aufs Smartphone-Display gehaftet.

Wahrscheinlich werden wir im Laufe der weiteren Evolution eine verlängerte Halswirbelsäule entwickeln, während unsere Augen weiter nach oben auf die Stirn wandern – so haben wir beim Abwärtsschauen weniger Nackenschmerzen und umgehen die Gefahr, vor den nächsten Laternenpfahl zu knallen.

Aber es wird vielleicht auch eher so sein, dass wir auf Druck der Orthopäden schon direkt nach der standardmäßig per Lifestream ins Web übertragenen Geburt eine Art Netzhaut in die jungfräulichen Augen implantiert bekommen, die uns ein Leben lang als Screen begleiten wird.

Augmented Reality vom Feinsten. Von wegen Google Glass oder Kontaktlinsen!

Digital Detox oder einfach: off

Die Idee mit dem Digital Detox musste also irgendwann kommen. Man kann ja auch sehr gut verstehen, dass manch einer loslassen will, aber nicht kann. Wer einmal an den Honigtopf gegriffen hat, klebt daran fest. Die Frage aber ist, ob sich dieses Problem dann tatsächlich mit einem schicken Digital-Detox-Urlaub lösen lässt. Ich vermute, da müsste man sehr viel tiefer graben.

Grundsätzlich aber sollte man sich ein wenig Selbstachtung bewahren und sich zutrauen, auch ohne fremde Hilfe auf einen Knopf zu drücken – wenn man das denn wirklich will – und das gesparte Geld lieber in einen ganz normalen Urlaub stecken, wenn ein wenig Entspannung dringend nötig wird.

Oder man macht es ganz geschickt und nutzt sein Smartphone ganz direkt zur Entspannung.

Ein Beispiel, wie das geht? >>Headspace macht es gerade vor.

Auch Coca-Cola hat sich des Themas nicht ohne Ironie angenommen und zeigt in diesem >>Video, wie man mittels Halskrause  – dem Social Media Guard – den Blick wieder nach oben richtet. Das ist dann auch Digital Detox, nur anders.

Tags für diesen Beitrag
Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.

Kommentare
0

Hinterlasse ein Kommentar

− 2 = 5