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12
2013
Autogenes Training im Portrait - Love your time

Autogenes Training im Portrait

von Bianca 0
DIESER ARTIKEL IST TEIL 1 von 6 DER SERIE Autogenes Training

Autogenes Training ist in unserem Kulturkreis eine der am weitesten verbreiteten und bekannten Methoden zur Stressbewältigung und Entspannung. Grund genug für uns, um es einmal ausführlich vorzustellen.

Autogenes Training im Portrait - Love your time

Hier und in den zugehörigen >> Artikeln Rund ums Thema Autogenes Training geben wir Einblicke in diese effektive Relax-Methode.

Was ist Autogenes Training

Es handelt sich dabei um eine Entspannungsmethode. Professor J. H. Schultz, der die Methode entwickelte, nannte sie auch „konzentrative Selbstentspannung“ – also Entspannung durch oder in einem Zustand von Konzentration.

Autogenes Training wurde aus der Hypnose abgeleitet, unterscheidet sich davon aber zunächst einmal dadurch, dass es mit Selbstsuggestionen anstatt mit Fremdsuggestionen arbeitet.

Eine Suggestion ist letztendlich eine Beeinflussung, eine Eingebung. Wir bekommen häufig etwas suggeriert. Ein oftmals genanntes Beispiel dafür ist die Werbung. Aber auch ein motivierender Zuspruch kann suggestiv sein und dazu führen, dass wir an uns glauben ebenso wie ein „Ich glaube nicht, dass Du das schaffen wirst!“ zu Selbstzweifeln führen kann.

Autogenes Training arbeitet mit Suggestionen, jedoch flüstert uns hier niemand von Außen etwas zu, sondern wir selbst beeinflussen uns mit Hilfe der Selbstsuggestionen in eine von uns gewünschte Richtung – zunächst einmal hin zu mehr Ruhe und Entspannung.

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Autogenes Training unterscheidet sich von anderen Entspannungsmethoden unter anderem durch folgende Punkte:

  • Autogenes Training ist nicht mit Religionen oder bestimmten Weltanschauungen verbunden.
  • Autogenes Training kann mit einiger Erfahrung schließlich überall angewendet werden.
  • Autogenes Training verlangt keinerlei Zubehör (keine spezielle Kleidung, keine Übungsmatten, etc.).
  • Autogenes Training beansprucht nur sehr wenig Zeit beansprucht. Wenige Minuten am Tag genügen.
  • Autogenes Training ist verhältnismäßig leicht zu erlernen.

Wie ist Autogenes Training aufgebaut

Die Grundstufe

Die Grundstufe ist das, was im Allgemeinen als Autogenes Training verstanden wird – eine Methode zur schnellen und tiefen Entspannung.

Dabei geht es in erster Linie um Entspannung, Regeneration und Erfrischung von Körper und Geist. Dies ist der am weitesten verbreitete Teil in Bezug auf Autogenes Training. Hierher gehören die sechs Übungen für >>Schwere, >>Wärme, den Atem, das Herz, den Bauchraum, den Kopf sowie die >>Ruheformel.

Die Grundstufe ist ein Hauptbestandteil vieler Kurse für Autogenes Training und nimmt auch in der Literatur einen sehr großen Stellenwert ein. Die perfekte Beherrschung der Grundstufe ist Vorraussetzung für die Formelhafte Vorsatzbildung und die Oberstufe.

Formelhafte Vorsatzbildung

Die Formelhafte Vorsatzbildung ist für Fortgeschrittene geeignet, die die Übungen der Grundstufe bereits gut beherrschen.

Es werden Autosuggestionen angewendet, um individuelle Probleme des Praktizierenden anzugehen und direkt mit dem eigenen Unbewussten in Verbindung zu treten.

So ist die Unterstützung durch Autogenes Training bei psychischen Belastungen oder Störungen denkbar, wie zum Beispiel die positive Beeinflussung von Ängsten. Auch bei bestimmten körperlichen Beschwerden kann eine unterstützende Behandlung durch Autogenes Training erwogen werden.

Grundsätzlich aber gehört die jeweilige Grunderkrankung natürlich in die kundigen Hände eines entsprechenden Facharztes oder Psychologen. Autogenes Training kann dann als zusätzliche, genau mit dem Therapeuten abgestimmte Maßnahme zum Einsatz kommen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und sollten von Therapeut und Patient individuell erarbeitet und angepasst werden.

Die Oberstufe

Autogenes Training verfügt neben der Grundstufe und der formelhaften Vorsatzbildung über eine Oberstufe, in der es um eine besondere Form der Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis, der Innenschau, der Persönlichkeitsentwicklung und Förderung der Kreativität geht.

Die Oberstufe hat zudem das Ziel, eine dauerhaft gelassenere Lebenseinstellung zu gewinnen, eine positive Grundhaltung zu entwickeln. Autogenes Training übernimmt hier teilweise meditative Techniken, Achtsamkeitsübungen sowie Visualisierungen. Auch diese Stufe sollte unter Anleitung eines erfahrenen Therapeuten für Autogenes Training praktiziert werden, der in der Lage ist, Erkenntnisse und Ergebnisse gemeinsam mit dem Übenden zu deuten und zu verstehen.

Autogenes Training kann die Leistungsfähigkeit verbessern

Das klingt zunächst einmal vielleicht verwirrend, da es sich ja eigentlich um eine Entspannungsmethode handelt. Aber Leistungsblockaden entstehen meist durch Angst, Stress oder Druck. Man kann nicht mehr klar denken. Autogenes Training kann dabei helfen, die Blockaden abzubauen und so den Kopf wieder frei zu machen für Lösungen, Ideen und gesunden Optimismus. Autogenes Training hilft dabei, gelassen zu bleiben.

Für wen ist Autogenes Training geeignet

Grundsätzlich ist Autogenes Training für die meisten Menschen geeignet. Gegenanzeigen können bestimmte psychische oder seelische Erkrankungen und Belastungen sein, wie zum Beispiel akute schizophrene Psychosen, Alzheimererkrankungen, bestimmte Formen von Depressionen, etc. Ein klärendes Vorgespräch mit dem Arzt ist daher auch in jedem Fall angezeigt, um sicher zu stellen, dass keine ausschließenden Faktoren vorliegen.

Wo Autogenes Training erlernt werden sollte

Autogenes Training sollte unter Anleitung eines erfahrenen Therapeuten erlernt werden, um Fehler beim Trainieren zu vermeiden, welche möglicherweise gesundheitsschädigend sein können.

Zahlreiche Ratgeber in Buch- oder Videoform können unterstützend und begleitend zu einem professionell angeleiteten Kurs eingesetzt werden. Kurse für Autogenes Training werden unter anderem angeboten bei Volkshochschulen, in Fitnessstudios oder in Praxen entsprechend spezialisierter Therapeuten.

Wichtig ist, im Vorfeld genau nachzufragen, welche Ausbildung und Erfahrung der jeweilige Kursleiter im Bereich Autogenes Training vorweisen kann. Die Krankenkassen bieten teilweise auf ihren Webseiten Unterstützung bei der Suche nach  – durch sie geförderten –  Kursen an, wie zum Beispiel die Techniker Krankenkasse.

Kosten eines Kurses

Die Kosten variieren je nach Anbieter. Vorsichtig geschätzt liegen viele Kurse für Autogenes Training zwischen 10€ und 15€ für je Stunde. Ob und wie die eigene Krankenkasse Kurse bezuschusst und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, erfragt man am besten direkt bei der jeweiligen Krankenkasse.

Autogenes Training und seine Entwicklung

Entwickelt wurde es in den 1920er Jahren von Professor Johannes Heinrich Schultz (1884 bis 1970), kurz J.H. Schultz, einem deutschen Psychiater und Nervenarzt. Er erforschte damals die Mechanismen der Hypnose in seinem Hypnoseinstitut in Breslau.

Dabei studierte er, was sich während einer Hypnose im Körper der Hypnosepatienten vollzog. Diese gaben ihm mehrheitlich die Rückmeldung, dass sie Empfindungen von angenehmer Schwere und Wärme im Körper wahrnahmen sowie eine Beruhigung von Herzschlag und Atemrythmus feststellten. J.H. Schultz führte dies darauf zurück, dass durch die Muskelentspannung in Hypnose das Schweregefühl, durch die Gefäßentspannung bzw. die Erweiterung der Blutgefäße eine bessere Durchblutung und damit ein Wärmegefühl erzeugt wurden.

Er vermutete, dass durch absichtliches erzeugen dieser die Hypnose begleitenden Symptome ein der Hypnose ähnlicher Zustand erreicht werden könnte. So fand er heraus, dass der Patient sich mit entsprechender Übung auch selbst in den gewünschten Zustand versetzen konnte, indem er sich auf genau diese Körperempfindungen konzentrierte. Aus diesen Erkenntnissen entwickelte er schließlich eine neue Entspannungsmethode – Autogenes Training.

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Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.