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15
04
2014
Achtsamkeitsmeditation hilft bei der Stressbewältigung.

Achtsamkeitsmeditation 2.0

von Bianca 0

Keine Mönche, keine Räucherstäbchen, kein Gong – die Achtsamkeitsmeditation ist im Jetzt angekommen. Das scheint nur konsequent zu sein, ist es doch einer der zentralen Aspekte der Achtsamkeitsmeditation, im jetzigen Augenblick anzukommen und zu verweilen.

Achtsamkeitsmeditation hilft bei der Stressbewältigung.

Langsam schwappt die Welle immer weiter über – von burnoutgefährdeten Angestellten, überforderten Studenten, gestressten Müttern und Vätern bis hin zum Manager am Rande des Wahnsinns – immer mehr Menschen versuchen, das eigene Streßbarometer mit Hilfe der Achtsamkeitsmeditation ein wenig herunterzufahren.

Anstelle im Lotussitz nehmen die Praktizierenden auf Stühlen Platz, anstelle stundenlangen Übens gilt die Maxime „mäßig, aber regelmäßig“, Achtsamkeitsmeditation wird in der Straßenbahn, beim Joggen, beim Gehen ausgeübt. Wer noch etwas Unterstützung braucht, stöpselt einfach die Kopfhörer seines Smartphones ein und startet eine App. Achtsamkeitsmeditation 2.0 also. Aber was steckt denn eigentlich dahinter?

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Was ist Achtsamkeitsmeditation überhaupt?

Achtsamkeitsmeditation ist uralt und hat ihre Ursprünge im Buddhismus.

Achtsamkeit bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein, im gegenwärtigen Augenblick, ohne sich in Zukunftssorgen oder Erinnerungen zu verfangen. Alle geistige Kraft wird auf das gelenkt, was jetzt gerade ist.

Gedanken, die einem in den Kopf schießen, werden wahrgenommen, aber man rennt ihnen nicht nach, verfängt sich nicht in ihnen. Alle Aufmerksamkeit wird auf das gerichtet, was man gerade macht, was gerade ist. Der Gegenentwurf zum Multitasking sozusagen.

Das entstresst, macht aufnahmefähig und schärft die Konzentration. In der Achtsamkeitsmeditation wird dieses Bewusstsein trainiert – auch, um es im Alltag anwenden zu können.

MBSR – der Einzug im Westen

Einer der Vorreiter für den Erfolgszug der Achtsamkeitsmeditation im Westen ist der amerikanische Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn. Er entwickelte das Verfahren der Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) bereit in den 1970er Jahren, indem er Erkenntnisse der modernen Medizin mit dem traditionellen Konzept der Achtsamkeitsmeditation zusammenführte. MBSR ist frei von jeglicher Weltanschauung. Das Verfahren kann innerhalb von acht Wochen in geführten Kursen von entsprechend geschulten Trainern oder Therapeuten erlernt werden.

Was bringt die Achtsamkeitsmeditation?

Etwas, was so sehr auf dem Weg ist, ein regelrechter Trend zu werden, muss entweder von einer großen Marketingmaschinerie profitieren oder es muss wirklich etwas dran sein. Im Falle der Achtsamkeitsmeditation scheint Letzteres zuzutreffen, denn vieles wurde mittlerweile wissenschaftlich überprüft und nachgewiesen. Demzufolge soll Achtsamkeitsmeditation besonders hilfreich sein bei

  • der Verringerung von Stressreaktionen mit den einhergehenden Symptomen wie erhöhtem Blutdruck, erhöhter Herz- und Atemfrequenz und den typischen psychischen Überlastungsreaktionen
  • Verspannungen
  • der Linderung von Schlafstörungen
  • chronischen Schmerzen, Kopfweh und Migräne
  • der Verbesserung der allgemeinen kognitiven Leistungen (bessere Konzentration, besserer Überblick, bessere Merkfähigkeit)
  • der Bekämpfung von Süchten
  • Angstzuständen und Depressionen
  • der Unterstützung des Immunsystems
  • der Reduzierung von Aggression
  • sexuellen Problemen
  • der Linderung des prämenstruellen Syndroms

Dies alles kann die Achtsamkeitsmeditation unter anderem deshalb leisten, weil sie unsere geistigen Fähigkeiten trainiert. Wer einen starken Bizeps hat, kann mit Leichtigkeit schwere Gegenstände stemmen. Wer einen gut trainierten „geistigen Muskel“ hat, stemmt entsprechend leicht auch schwierige Lebensumstände.

Achtsamkeitsmeditation kann also hilfreich sein für alle, die einfach nur endlich wieder einen klaren Kopf bekommen wollen, die ihrem Stress Herr werden und ihre Gedanken kontrollieren wollen. Das kann mit der traditionellen Weltanschauung verbunden werden, muss es aber nicht.

Achtsamkeitsmeditation und Resilienz

Die Achtsamkeitsmeditation soll außerdem sehr wirksam die Resilienz – also die Widerstandskraft angesichts Stress, Herausforderungen und traumatischen Ereignissen – verbessern können.

Sie soll im Gehirn den linken, präfrontalen Kortex stärken, welcher von Neurowissenschaftlern mit psychischer Belastbarkeit in Verbindung gebracht werden konnte. Die Aktivität der Amygdala soll dagegen reduziert werden – sie ist oft an eher negativen Emotionen wie Angst beteiligt ist.

Auch die neuronalen Verbindungen zwischen beiden Regionen sind von Bedeutung, denn der linksseitige Kortex sendet Signale an die Amygdala, welche deren Aktivität drosseln. Auch hierbei sei Achtsamkeitsmeditation hilfreich. Mehr dazu im Artikel >>Resilienz – nicht verrückt machen lassen.

Achtsamkeitsmeditation modern

Der Beginn der Popularität der Achtsamkeitsmeditation im Westen dieser Welt war – im Rahmen von MBSR – Jon Kabat-Zinn. Seitdem haben immer mehr Menschen im Westen den Weg der Meditation für sich entdeckt. Viele von ihnen integrieren dabei auch den weltanschaulichen Aspekt und organisieren sich in Gruppen Gleichgesinnter.

Dennoch gibt es Menschen, die die Meditation – und damit auch die Achtsamkeitsmeditation – noch immer mit Distanz betrachten. Zu wenig greifbar scheint manchem das Konzept zu sein, zu spirituell, zu „alternativ“ scheint es zu wirken, gerade auf diejenigen, die glauben, Meditation sei nur mit Räucherstäbchen  und „Ommmmm“- Gesängen durchführbar. Dem ist jedoch nicht so. 

Die Praxis der Meditation kann ganz hervorragend auch ohne all dieses traditionelle Beiwerk durchgeführt werden, wenn es nur auf die gesundheitlichen Aspekte ankommt.

Einfach nur eine beliebige App herunter zu laden und zwischendurch zu konsumieren, ist allerdings nicht unbedingt zielführend.

Ein wenig mit der Wirkweise der Achtsamkeitsmeditation und der richtigen Herangehensweise sollte man sich schon auseinandersetzen.

Je mehr man investiert, umso größer ist der Effekt – das ist bei der Achtsamkeitsmeditation nicht anders als bei allem anderen im Leben.

Einen guten Weg hat die App „>>Headspace“ gefunden – leicht verdauliche Häppchen von geführter Achtsamkeitsmeditation (allerdings nur in englischer Sprache), dazu gebündelte Hintergrundinformationen in sehr modernem Gewand bieten einen leichten und verständlichen Einstieg in die Praxis. Der sympathische Kopf dahinter – Andy Puddicombe – gilt als Meditationsexperte, schließlich hat er jahrelang in vorwiegend buddhistischen Klöstern als Mönch gelebt. Heute, mit Anfang 40, kommt er in Jeans und Turnschuhen daher und gibt fundierte und pragmatische Einblicke in die Achtsamkeitsmeditation.

Wer einmal einen Einstieg gefunden hat, will dann vielleicht doch noch tiefer in die Praxis und die Hintergründe eintauchen –  was nach einer geglückten – weil einfachen – Einführung deutlich leichter fallen könnte. Wer mag, kann sich dann ja sogar einen Lehrer suchen oder eine Meditationsgruppe anschließen. Wem das zu weit geht, der bleibt bei den Häppchen an leicht verdaulicher Achtsamkeitsmeditation oder intensiviert sein Training auf eigene Faust. Wichtig ist wie immer, dass jeder seinen persönlichen Weg findet, mit Achtsamkeitsmeditation umzugehen.

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Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.