Blog
05
11
2013
Achtsamkeit - Love your time

Achtsamkeit – verpasse nicht Dein Leben

von Bianca 0

Das Jetzt entscheidet darüber, ob wir zukünftig freudig in die Vergangenheit blicken können.
Klingt verwirrend, ist aber eigentlich einleuchtend – haben wir doch schließlich nur auf dieses „Jetzt“ Zugriff. Die Vergangenheit können wir nicht mehr beeinflußen, auch wenn wir uns dies oft wünschen.
Und die Zukunft? Die können wir sehr wohl beeinflußen, aber nur in der Gegenwart. Wir schreiben genau jetzt sowohl Geschichte als auch Zukunft. Jetzt, in diesem Moment. Dieser eine Moment entscheidet alles! Wenn er vorbeigezogen ist, ist wieder ein anderer Moment Gegenwart und entscheidet alles.
Und so geht es immer weiter. Jeder gegenwärtige Moment hat die Macht, Vergangenheit und Zukunft zu gestalten. Selbst wenn wir diesen Effekt gerne einmal anhalten würden, so können wir das nicht. Es geschieht immer, jederzeit.

Da kann man durchaus in Panik geraten – scheint doch jede noch so kleine Handlung unendlich bedeutungsvoll zu sein! Soviel Verantwortung in jedem Moment tragen zu müssen, fühlt sich vielleicht zunächst einmal nicht besonders angenehm an. Und leider gibt es ja auch kein Entrinnen! Niemand kann einfach beschließen, lieber nicht mit zu machen oder mal eine Runde auszusetzen. Man kann nicht nicht gestalten. Das birgt neben aller Verantwortung auch unglaubliche Chancen – die man allerdings ergreifen muss!

Gefangen in Vergangenheit und Zukunft

Interessanterweise ist den meisten Menschen der modernen Zivilisationsgesellschaften dieser Umstand nicht bewusst. Sie sind gefangen zwischen Vergangenheitsbewältigung und Zukunftsprojektionen. Zahlreiche Dinge, die möglicherweise einmal geschehen könnten, werden in Gedanken durchgespielt und ängstlich beleuchtet. Alternativ werden Stunden damit verbracht, sich eine rosige Zukunft auszumalen und Pläne zu schmieden. Und die einzige Zeit, in der man dafür sorgen könnte, dass die Zukunft tatsächlich so wird, wie man es sich vorstellt, verstreicht ungenutzt – die Gegenwart, das „Hier und Jetzt“.

Aus dem von Beatles-Legende John Lennon gesungenen Lied „Beautiful Boy (Darling Boy)“ stammt die berühmte und oft zitierte Textzeile „Life is what happens to you while you’re busy making other plans.“ Was bedeutet das? Einerseits sicherlich, dass es im Leben oft anders kommt, als man denkt. Aber auch – und dies ist in unserem Zusammenhang noch bedeutender – dass das Leben stattfindet, ohne dass wir uns dessen bewusst wären, weil wir damit beschäftigt sind, Pläne zu schmieden.
Wir leben das Leben nicht, wir planen es. Wir sind mit unseren Gedanken in einer uns unbekannten Zukunft. Alternativ stecken wir in Vergangenem fest und zerbrechen uns den Kopf über Dinge, die wir nicht mehr ändern können. Am Ende fragen wir uns dann, wo all die Zeit geblieben ist und bereuen viele verpasste Gelegenheiten. Aber wir hatten ja einfach keine Zeit, all das zu tun, was wir uns in unseren Träumen ausgemalt haben, weil wir einfach viel zu beschäftigt waren – mit Vergangenheit und Zukunft.

Achtsamkeit als Ausweg

Es gibt einen Weg aus diesem Dilemma – es ist nicht leicht ihm zu folgen, denn es bedarf Übung und Willenskraft, nicht von ihm abzukommen, aber es gibt ihn: Achtsamkeit!

Sie ist derzeit in aller Munde – aber jenseits dem Image der Modeerscheinung darf man nicht vergessen, dass diese Form der Geisteshaltung schon sehr alt ist und ihre Wurzeln im Buddhismus hat.

Achtsamkeit bedeutet, ganz gegenwärtig im Hier und Jetzt zu sein und eine erweiterte Aufmerksamkeit für alles zu haben, was zu diesem Moment gehört, ihn ausmacht. Alle Empfindungen körperlicher oder emotionaler Natur, alle Geräusche, Gerüche, alle Geschehnisse um uns herum sollen bewusst wahrgenommen, aber nicht gewertet werden.

Wer das konsequent durchführt, wird merken, dass es sehr angenehmen und entspannend sein kann, das Gedankenkarussell einmal anzuhalten. Wer sich dann darüber bewusst wird, dass der Augenblick eine große Chance bietet – nämlich die, das eigene Leben aktiv und damit positiv zu formen – wird mit der Zeit weniger Ängste in die Zukunft projizieren. Er wird sich in der Regel nicht mehr so schnell als Opfer der Umstände empfinden, sondern als bewusster Gestalter. Zukunft kann ängstigen, weil sie ungewiss ist. Ein Stück weit wird sie das immer bleiben, aber zumindest können wir in unserem direkten Umfeld mehr positiven Einfluss nehmen, als wir glauben, solange wir erkennen, dass wir dafür im Hier und Jetzt leben müssen.

Auch die Vergangenheit, die wir durch diese bewusste Haltung produzieren, wird positiver sein, denn wenn wir unser Leben in unserem Sinne befriedigend gestalten, erinnern wir uns gerne an Entsprechendes zurück. Und wer nicht mehr ständig mit Zukunftsängsten und Vergangenheitsbewältigung beschäftigt ist, hat plötzlich mehr Zeit für den Augenblick. 

Achtsamkeitsübungen für den Alltag

Es ist leicht und ohne Umstände möglich, im Alltag regelmäßig die Achtsamkeit zu trainieren. Natürlich ist es hilfreich, durch Meditationen zunächst zu üben, Aufmerksamkeit überhaupt erst einmal eine Zeit lang aufrecht zu erhalten, ohne mit den Gedanken abzudriften. Dem Ungeübten bieten sich kleine Übungshilfen an, wie zum Beispiel spezielle Meditations- und Entspannungsmusik, die es mittlerweile auch als App gibt. Neben solchen geistigen Lektionen kann man die folgenden kleinen Übungen aber durchaus einfach zwischendurch im Alltag praktizieren.

Wähle zunächst solche Situationen aus, in denen Du nicht mit voller Konzentration agieren musst. Du solltest nicht gerade ein Fahrzeug lenken beziehungsweise generell nicht am Verkehr teilnehmen. Gerade am Anfang, wenn Du noch nicht so erfahren bist, solltest Du Deine Übungen an Orten und in Situationen durchführen, die weder unfallträchtig sind noch andere Gefahren bergen. Du musst nicht lange üben. Wenn Du regelmäßig fünf bis zehn Minuten Deine Achtsamkeit trainierst, ist das schon ein sehr guter Anfang. Irgendwann wird es Dir in Fleisch und Blut übergehen.

  • Sage zu Dir selbst zuerst ganz bewusst – laut oder nur innerlich: „Ich bin jetzt hier! Ich könnte auch woanders sein! Aber jetzt, in diesem Moment, bin ich hier.“
  • Erforsche Deine Umgebung.
    Was siehst um Dich herum? Ist es hell, dunkel, laut , leise, ordentlich, unordentlich? Welche Objekte umgeben Dich? Sind andere Menschen anwesend? Was machen sie gerade? Bist Du an einem öffentlichen Platz?
  • Erforsche Dich selbst.
    Was geschieht gerade in Dir? Wie fühlst Du Dich? Müde? Voller Energie? Ängstlich? Zufrieden? Gestresst?
    Welche Körperempfindungen hast Du gerade? Knurrt Dein Magen? Hast Du Schmetterlinge im Bauch? Drückt oder schmerzt irgendetwas? Sitzt Deine Kleidung bequem oder engt sie Dich ein?Wichtig ist, dass Du nicht wertest. Wenn Du wütend und hungrig bist, dann stelle einfach neutral fest: „Da ist Wut in mir. Und mein Magen knurrt, ich bin also hungrig.“ Beobachte einfach nur aufmerksam. 
  • Wenn Du mit dem Beobachten fertig bist, kannst Du Dir folgende Sätze laut oder im Geiste vorsagen und versuchen, ihre Bedeutung zu verinnerlichen: „Jetzt schreibe ich meine Zukunft. In diesem Augenblick entscheide ich, was in Zukunft sein wird“. 
  • Mache Dir dann Gedanken zu folgender Frage: „Was kann ich jetzt tun, damit ich meine Zukunft positiv beeinfluße?“ Eine Kleinigkeit genügt bereits. Zum Beispiel kannst Du, wenn die Umstände es zulassen, eine Arbeitspause machen und eine kleine Runde spazieren gehen, das ist gut für Dich und verbessert auch Deine Konzentrationsfähigkeit.
  • Das Gleiche machst Du dann mit der Vergangenheit: „Jetzt schreibe ich meine Vergangenheit. In diesem Augenblick entscheide ich, wie meine Vergangenheit aussehen wird. Was kann ich jetzt tun, damit ich mich gerne daran erinnere?“ 

Im Grunde ist es ganz einfach und lässt sich wie folgt zusammenfassen: Den Moment nutzen, zufriedene Augenblicke schaffen, bewusst die Zeit gestalten. Im Jetzt leben. Automatisch erschafft man damit auch Zukunft und Vergangenheit.
Der kleine Punkt, der den Erfolg ausmacht, ist subtil und kann daher leicht übersehen werden. Wer sich nur fragt: „Was will ich jetzt gerade, worauf hätte ich Lust?“, ohne die Frage nach Zukunft und Vergangenheit zu stellen, landet  ganz schnell mit der Chipstüte auf der Couch. Wer aber erkennt, dass er jetzt seine Vergangenheit und seine Zukunft gestaltet, bemerkt ganz neue Möglichkeiten.

Bianca

Autor: Bianca

Hi, ich bin Bianca und freue mich, dass Du hier bist. Bereits seit 2012 schreibe ich hier für Dich. Meine Themen sind Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit & Marketing/ Positionierung für Solopreneure und kleine Teams. Aber auch gesunde Ernährung ist meine große Leidenschaft. Deshalb schreibe ich auch auf meinem Ernährungsblog Caralethics.de darüber.